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Was die Liebe für den Menschen ist und wie wir sie neu verstehen können, hat der Berliner Philosoph Wilhelm Schmid im Studium Generale erläutert.  Falk
Was die Liebe für den Menschen ist und wie wir sie neu verstehen können, hat der Berliner Philosoph Wilhelm Schmid im Studium Generale erläutert. Falk
30.11.2017

Vortrag über Beziehung zum Abschluss des Studium Generale

Es waren tröstliche Worte, mit denen Wilhelm Schmid am Mittwochabend in seinen Vortrag eingestiegen ist: „Es gibt die wahre Liebe“, glaubt der Berliner Philosoph, der im voll besetzten Audimax den letzten von insgesamt acht Studium-Generale-Vorträgen in diesem Jahr an der Hochschule einläutete. Der Sachbuchautor referierte über das Thema Beziehung und wie die Menschen die Liebe neu erfinden können.

„Wo stehen wir, und wo wollen wir hin?“, – diese Fragen müsse sich laut Schmid jedes Paar im Laufe der Beziehung immer wieder stellen. „Keine Wissenschaft hat bisher eine Wahrheit gefunden, die endgültig ist“, so der Philosoph. Vielmehr gehe es darum, was der Mensch unter der Liebe verstehe. Und diese Deutung falle von Person zu Person unterschiedlich aus: „Leider unterhalten sich Liebende aber nur sehr selten über die Liebe.“

Schmid selbst sei sich lange sicher gewesen, die Definition wahrer Liebe zu kennen. Er stellte sie sich damals als die Harmonie und das Verständnis zweier Menschen vor, ohne Streit und ohne Verletzungen. Die Realität holte ihn schnell ein: „Harmonie gibt es – aber nicht immer. Freude ist da – verbunden mit viel Ärger.“ Die Enttäuschung komme mit tödlicher Sicherheit, so Schmid. Er gab eine Alternative zu dieser romantischen Ansicht: die pragmatische.

„Man muss die Liebe atmen lassen“, ist der Philosoph überzeugt: „Wenn ich einatme, sind da Harmonie und Freude, beim Ausatmen Disharmonie und Ärger.“ Kein Mensch könne nur einatmen und dann die Luft anhalten, ohne wieder auszuatmen. Deshalb ist es laut Schmid wichtig, in einer Beziehung man selbst zu bleiben: „Es ist fatal, wenn zwei Menschen permanent aufeinander kleben.“

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