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Dinge nur durch Tasten zu erkennen, ohne sie zu sehen, dazu fordern in ihrem Vortrag die christliche Vorsitzende der Christlich-islamischen Gesellschaft, Edith Drescher (hinten rechts), und der katholische Schuldekan Georg Hauser auf.  Läuter
Dinge nur durch Tasten zu erkennen, ohne sie zu sehen, dazu fordern in ihrem Vortrag die christliche Vorsitzende der Christlich-islamischen Gesellschaft, Edith Drescher (hinten rechts), und der katholische Schuldekan Georg Hauser auf. Läuter
21.11.2016

Vortragsabend der christlich-islamischen Gesellschaft: Vom Berühren in der Religion

Pforzheim. Beim fünften und letzten Abend der VHS-Themenreihe „Religionen mit allen Sinnen entdecken“ hat das Tasten im Mittelpunkt gestanden. Die christlich-islamische Gesellschaft hatte zu dem Vortrags- und Diskussionsabend in die Volkshochschule eingeladen.

Als Referenten des Abends hatten sich die christliche Vorsitzende, Edith Drescher, gemeinsam mit dem katholischen Schuldekan Georg Hauser sowie der muslimische Vorsitzende, Fatih Aygün, zur Verfügung gestellt.

In zwei aufeinander folgenden Referaten machten diese vor rund 15 Zuhörern sowohl theoretisch als auch praktisch deutlich, wo in der jeweiligen Religion der Tastsinn zum Einsatz kommt, wofür und was dabei entdeckt oder erfühlt werden kann. Hauser sprach beispielsweise zunächst darüber, dass das Tasten ein zutiefst menschliches Bedürfnis von der ersten Lebensminute an ist. „Was ich liebe, das möchte ich berühren“, so Hauser, der den Tastsinn als elementar wichtige Zugangsweise zur Welt bezeichnete. Mit Bibelillustrationen und ausgewählten Gemälden christlicher Szenerien unterstrich Edith Drescher die in der Bibel erwähnten und oft symbolkräftigen Berührungen beispielsweise Gläubiger an Jesu Gewand. Parallelen zwischen Christentum und Islam zeigten sich unter anderem im katholischen Rosenkranz und der islamischen Gebetskette, der sogenannten Tasbih. Aber auch das Niederknien beziehungsweise im Islam das Niederwerfen und vor Gott verneigen, mit dem Körper die Erde berühren, findet sich sowohl in Christentum als auch im Islam.