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Sibylle Scholtz (Lions Frauenalb Nordschwarzwald), Michael Frey (Bezirksgruppenleiter Badischer Blinden- und Sehbehinderten Verein) und Werner Schwenk (Zonenleiter Lions Enzkreis Nordschwarzwald, von links) haben dafür gesorgt, dass das Lions-Erlebnismobil nach Pforzheim kommt.  Läuter
Sibylle Scholtz (Lions Frauenalb Nordschwarzwald), Michael Frey (Bezirksgruppenleiter Badischer Blinden- und Sehbehinderten Verein) und Werner Schwenk (Zonenleiter Lions Enzkreis Nordschwarzwald, von links) haben dafür gesorgt, dass das Lions-Erlebnismobil nach Pforzheim kommt. Läuter
27.08.2017

Vorübergehend blind: Lions-Erlebnis-Mobil schult den Blick für Probleme Sehbehinderter

Mit einem Taststock und einer Brille, die das simuliert, was bei einem fortgeschrittenen Grauen Star vom Sehvermögen noch übrig bleibt, geht es am Samstagmorgen hinein ins Lions-Erlebnis-Mobil vor den „Schmuckwelten“.

Allerdings ist das weniger spaßig, als der Name des Mobils vermuten lässt, denn fortgeschrittener Grauer Star, bedeutet, dass kaum noch etwas vom Augenlicht übrig ist.

Und genau darum ging es den Lions-Mitgliedern an diesem Tag: Sehenden Menschen einen Eindruck davon zu vermitteln, was es heißt, als blinder oder sehbehinderter Mensch am öffentlichen Leben teilzunehmen. Sie möchten sensibilisieren, aufmerksam machen auf vermeidbare Blindheit, deren Bekämpfung bereits seit mehreren Jahrzehnten ein Kernthema des Lions-Engagements weltweit ist.

Im Erlebnis-Mobil, mit der Brille auf der Nase und dem Stock in der Hand, geht es los. Drei Minuten völlige Unsicherheit: fühlen, langsam vorwagen, erahnen, was der Stock anzeigt, was die Füße und die freie Hand ertasten. Im Raum fühlt man sich klein und verloren, der gerade einmal zehn Meter lange Parcours erscheint viel größer, als er ist. Wackelnde Baustellenbretter verunsichern, eine Kurve, eine Stufe – hier ist alles eine Herausforderung. Noch einmal ohne Brille hineingeschaut, stellt sich heraus, eine Wand ist mit einem hübschen Brunnen und Pflanzen dekoriert, und der gelbe Fleck in der Ecke ist eigentlich eine Mülltonne.

„Ich habe bisher noch niemanden erlebt, der vorne locker rein gegangen ist und hinten nicht ganz bedröppelt wieder herausgekommen wäre“, sagt Sibylle Scholtz, Distriktbeauftragte für das Langzeitprojekt „Sight First“, zur Bekämpfung vermeidbarer Blindheit, und die Lions-Hornhautbank an der Uni-Klinik Heidelberg. Gemeinsam mit Werner Schwenk, Zonenleiter der Lions Pforzheim Enzkreis, hat Scholtz dafür gesorgt, dass das Erlebnis-Mobil am Samstag zwischen 10.30 und 16 Uhr in Pforzheim Station machte und von interessierten Passanten erkundet werden konnte. Anlass war die durch 25 deutsche Städte führende Tour des von Lions International und der Christoffel Blindenmission entwickelten Mobils im Rahmen der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Lions.

Tatkräftig unterstützt wurden Schwenk und Scholtz am Samstag von Mitgliedern der Clubs Bad Wildbad, Heimsheim-Graf Eberhard, Pforzheim, Pforzheim-Enz und Pforzheim-Johannes Reuchlin.