Vorübergehendes Asyl für die Pforzheimer Kerzenküche

Pforzheim. Um ein Haar – oder ein Stück Docht?! – wären die mehr als 20 erfolgreichen Jahre der ökumenischen Kerzenküche an der Stadtkirche traurige Geschichte geworden. Mit dem Beschluss zum Abriss des nicht mehr sanierungstauglichen Gemeindehauses der evangelischen Stadtkirche an der Melanchthon- und Rennfeldstraße und dem geplanten Bau eines evangelischen Innenstadtzentrums an derselben Stelle war die 1998 nach schweizerischen Vorbild gegründete Institution heimatlos geworden.

In banger Sorge blickte das Team um Gründer Roland Ganninger, bis zur Gemeindefusion zur innerstädtischen Friedensgemeinde Vorsitzender des Ältestenkreises der Stadtkirchengemeinde, nach dem Auslagern des gesamten Inventars dem Anrücken der Bagger entgegen. Denn trotz langer Wochen erfolglosen Suchens nach einem zwei- bis dreijährigen Asyl war keine neue Bleibe gefunden, die auch den Fluchtweganforderungen der Feuerwehr Genüge leistete. Im gewissermaßen letzten Moment ist nun die Traditionswerkstatt mit Publikumsworkshop-Angebot dem Riesenbagger von der Schaufel gesprungen.

Vor gut zwei Wochen konnte die Kerzenküche auf Betreiben der Kirchenverwaltung ein befristetes Domizil im ehemaligen Lukas-Gemeindehaus in der Frankstraße 43, gegenüber dem Bader-Parkplatz in der Weststadt, beziehen. Damit ist zumindest für die kommende Saison von November bis März das Überleben der traditionsreichen ehrenamtlichen Kerzenmacherwerkstatt gesichert.

Sie ist wie immer von November bis Anfang März für die Öffentlichkeit geöffnet. Außerdem können sich alle, die wenig Zeit oder kein Bedürfnis zum Selbstherstellen verspüren, an den Advents- und Weihnachtsfeiertagen jeweils nach den Gottesdiensten und Konzerten mit den Produkten der Kerzenküche eindecken.

Mehr über die Kerzenküche lesen Sie am Dienstag. in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

Claudius Erb

Claudius Erb

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