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Symbolbild Adobe Stock 

Vorwurf des schweren sexuellen Missbrauchs am Stiefsohn - Achtjährigem bleibt Aussage erspart

Pforzheim. Erzählt Luan F. (Name geändert) Lügengeschichten, um seine Haut zu retten? Schließlich geht es für den 25-jährigen Kosovaren um viel: Befindet ihn die Auswärtige Große Strafkammer des Landgerichts Karlsruhe in Pforzheim des zweifachen schweren sexuellen Missbrauchs schuldig, wandert er für Jahre hinter Gitter.

Oder erfindet sein heute achtjähriger Stiefsohn Manuel die seinem Stiefvater von der Staatsanwaltschaft zu Last gelegten mutmaßlichen Anal-Penetrationen? Stimmt das, was er seiner Mutter offenbart hat, nachdem Luan F. nach mehrfachem häuslichen Streit in der gemeinsamen Wohnung in der Oststadt von der Polizei einen fünftägigen Platzverweis ausgesprochen bekommen hatte?

„Es war, als habe man mir den Boden unter den Füßen weggezogen“, sagt Daniela F., die nur noch auf dem Papier mit Luan F. verheiratet ist und von diesem nach eigener Aussage über Jahre hinweg immer wieder geschlagen worden war. Sie ist als die wohl wichtigeste Zeugin in dem Prozess geladen, der sich wohl mindestens noch zwei weitere Verhandlungstage hinziehen wird.

Die Aussage der – neben dem Angeklagten – eigentlichen Hauptperson wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit eingeführt: Es ist die richterliche audio-visuelle Vernehmung des kleinen Jungen, dem man einen Auftritt bei Gericht ersparen will. Auch wenn nichts davon nach außen dringt: Es ist davon auszugehen, dass die Aussage die Grundlage sowohl für die Anklageschrift von Regina Schmid ist als auch für die Zulassung der Anklage vor der Strafkammer.

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Olaf Lorch-Gerstenmaier

Olaf Lorch-Gerstenmaier

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