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Wer soll gewinnen? Kroatien und Frankreich-Fans sind sich jeweils schon ganz sicher. Foto: Meyer
Wer soll gewinnen? Kroatien und Frankreich-Fans sind sich jeweils schon ganz sicher. Foto: Meyer
13.07.2018

WM-Finale: Pforzheimer Kroaten und Franzosen wollen es wissen

Pforzheim. Und es werden immer mehr Kroaten, die sich bei Enzauen-Wirt Frank Daudert während der Fußball-WM beim Public Viewing vor den Großbildschirmen sammeln – und bisher allen Grund zum Jubeln hatten: die Russen niedergerungen im Elfmeterschießen, die Engländer entzaubert. Und am Sonntag?

„Da gewinnen die Kroaten 3:2“, sagt Daudert, seit seiner korrekten Vorhersage „das Orakel vom Enzauenpark“. „Für unsere Fans aus Kroatien gibt es Cevapcici“, erklärt Daudert. Bereits beim Spiel gegen Russland kamen die gegrillten Hackfleisch-Röllchen super an, genau wie die Pelmeni für die russischen Fans. Für gute Laune sorgt schon ab 12 Uhr der Entertainer „Gaudi Harry“.

„Die Underdogs sollen ruhig drei Wochen betrunken sein“, sagt Daudert, der mit über 2000 Zuschauern rechnet, wenn es im Finale am Sonntag ab 17 Uhr gegen die „Blauen“ geht. „Harte Sachen“ hat der Gastronom wohlweislich von der Getränke-Karte genommen – kein Risiko. Gustl Weber, Ex-Verwaltungs-Chef des Stadttheaters und Urgestein der Sportpartnerschaft mit St.-Maur, hat ein gutes Gefühl – „2:1 für Frankreich“ – und lässt keine Zweifel, wem naturgemäß seine Sympathien gelten.

„Kroatien lebt in vielen Herzen“, sagt Gerhard Herber, Ehrenpräsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft, verheiratet mit einer Französin, zwei Töchter leben mit ihren Familien in Frankreich. Herber bleibt „beim olympischen Gedanken: Möge der Bessere gewinnen.“ Gleichwohl werde man natürlich vor dem Fernseher den Franzosen die Daumen drücken – wie bei jedem Spiel. „Ich habe es von Anfang an gesagt: Frankreich wird sehr weit kommen“, sagt Herber. „Les Bleus“ haben ihn nicht enttäuscht – mit mannschaftlicher Geschlossenheit, individueller Klasse und Hochgeschwindigkeitsfußball. Spätestens in der Halbzeit werde man sich per WhatsApp mit den Verwandten in Frankreich austauschen – hoffentlich nur über gute Dinge... Und wenn’s schiefgeht? „Wir sind keine Fans, für die dann die große Katastrophe ausbrechen würde.“

So wie Gerhard Herber einer der Motoren der Städtepartnerschaft mit St.-Maur war, ist es Rolf Constantin für die Partnerschaft mit Osijek. Der Stadtrat ist – unter anderem – Präsident der Deutsch-Kroatischen Gesellschaft, und spätestens, seit das deutsche Team in der Vorrunde sang- und klanglos ausschied, übt er uneingeschränkte Solidarität mit der kroatischen Nationalmannschaft. Er kann sich noch lebhaft an mindestens zwei Weltmeisterschaften erinnern: 1998, er war noch Rektor der Südstadtschule, „da sind meine kroatischen Schüler rumgehopst“ – kein Wunder: Man hatte tags zuvor Deutschland mit 3:0 geschlagen. Mehr lesen Sie am Samstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.