nach oben
WM-Spezial: Frau-TV beim Public Viewing.
WM-Spezial: Frau-TV beim Public Viewing © Keller
01.07.2011

WM-Spezial: Frau-TV beim Public Viewing

PFORZHEIM. Wenn Hunderte von Menschen in schwarz-rot-goldener Montur aus vollem Halse die deutsche Hymne grölen und sich einander völlig fremde Menschen beim Torjubel begeistert in die Arme fallen, dann nennt man das Public Viewing.

Zum zweiten Spiel der deutschen Damen bei der Fußball-Frauen-WM, Nigeria gegen Deutschland, gehe ich mit genau diesen Bildern aus dem Jahr 2010 im Kopf in den Pforzheimer Enzauenpark. Per Posting auf meine Facebook-Seite hatte mir Frank Daudert, der Pächter des Biergartens, ein Public Viewing versichert.
Waschechte Fans gefunden
Schnell wird klar, dass Frauen-Fußball offenbar noch nicht mit dem der Männer konkurrieren kann. Maximal 50 Fußballbegeisterte haben sich bei rund 20 Grad um die Bildschirme im Biergarten versammelt. Und dennoch finde ich sie: die waschechten Fans, die in Trikot und Schminke mit der deutschen Nationalelf mitfiebern. Es handelt sich dabei um fünf junge Frauen. Die Männer im Biergarten scheinen noch mit Berührungsängsten zu kämpfen, denn von ihnen hat sich keiner in das schwarz-weiße Trikot getraut.
Vielleicht liegt das ja auch daran, dass das Hemdchen der Frauen einfach schöner ist als das der männlichen Nationalelf. So sieht es Marina Petrovic. Sie spielt Fußball im Verein und kennt die Vorzüge eines schönen Trikots. „Im Frauentrikot wurde in diesem Jahr ein so schönes Muster ins Oberteil eingearbeitet, und außerdem ist es extra auf Taille geschnitten.“
Die brünette Schülerin hat Recht, denn auch ich habe das Nationaltrikot einmal Probe getragen. Die Passform ist wirklich erstaunlich gut, vor allem wenn ich an die WM der Männer im vergangenen Jahr zurück denke. Damals schlüpfte ich öfter einmal in das Trikot der Männer. „Der Stoff bei den Männern ist gut doppelt so dick wie aktuell bei den Damen“, erklärt mir Karl-Wilhelm Elsässer, vom gleichnamigen Sportgeschäft. Ich staune auch über die Vielfalt an WM-Fanartikeln, die wir Frauen zur Weltmeisterschaft der Männer vergeblich gesucht hatten: Da gibt es zum Beispiel eine Baseballkappe, versehen mit vielen kleinen schwarz-rot-goldenen Steinchen. Da schlägt so manches Frauenherz höher.
Weibliches Design für Trikot
Dass das Trikot der deutschen Damen noch einiges mehr zu bieten hat als das der Männer, zeigt sich vor allem im goldenen Kragensaum: Dort befindet sich ein Auszug der deutschen Nationalhymne. Die Männer werden diese Zeile erst im Trikot zur nächsten Europameisterschaft tragen.
Weibliches Design bietet auch der Hosenbund, erklärt mir Karl-Wilhelm Elsässer. In Gold gehalten, hebt dieser sich deutlich von den schwarzen Hosen der Männer ab. Kein Wunder: Sind die Fußballspielerinnen doch erheblich erfolgreicher als die Männer.
Die weibliche Fangruppe im Enzauenpark rechnet übrigens fest mit dem Finaleinzug der deutschen Damen. Im Falle eines WM-Titels würden sie dann auch im Auto-Korso durch Pforzheim fahren, „ganz egal, ob wir dann die einzigen im Auto sind“, scherzt Yvonne Jost. Das neueste Video von Frau-TV sehen Sie auf www.pz-news.de/frautv

Leserkommentare (0)