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25.09.2009

Wahlbeteiligung steuert auf Rekordtief zu

PFORZHEIM. Bis 14.00 Uhr gaben nur 33,03 Prozent der Wahlberechtigten in Pforzheim und Enzkreis ihre Stimme ab - rund fünf Prozent weniger als bei der Bundestagswahl 2005. Damit liegt Pforzheim im Landestrend: In Baden-Württemberg droht ein neues Rekordtief, was die Wahlbeteiligung angeht.

"Sieht so aus, als würden dieses Mal weniger Menschen zur Wahl gehen als 2005", sagt Michael Strohmayer, Pressesprecher der Stadt Pforzheim. Bei der vergangenen Bundestagswahl waren es bis 14.00 Uhr 38,56 Prozent der Wahlberechtigten, diesmal sind es nur 33,03 Prozent.

Landesweit sieht es ähnlich aus. Bis zum Nachmittag gaben noch weniger Wähler ihre Stimmen ab als bei der bisher schlechtesten Beteiligung vor vier Jahren. Nach Angaben der Landeswahlleiterin kamen rund 36,6 Prozent der Wahlberechtigten in die Wahllokale, um ihr Kreuzchen zu machen. Briefwähler rechnete das Wahlamt zunächst nicht dazu. Bei der Bundestagswahl 2005 lag die Wahlbeteiligung zu diesem Zeitpunkt bei 41,6 Prozent. „Wir wissen nicht, woran es liegen könnte“, sagte eine Wahlhelferin in Karlsruhe. „Am Wetter sicherlich nicht.“

Fünf Kandidaten stehen für Pforzheim und Enzkreis zur Wahl. Sie alle haben gute Chancen: Gunther Krichbaum (CDU), Katja Mast (SPD), Erik Schweickert (FDP), Memet Kilic (Grüne) und Annette Groth (Die Linke) - sie alle könnten es in den 17. Bundestag schaffen. Außer Krichbaum, der auf das Direktmandat spekuliert, haben alle gute Listenplätze inne. Wenn es alle fünf schaffen, wäre das eine kleine Sensation.

Krichbaum kann sich unterdessen zurücklehnen, vorausgesetzt, es läuft ähnlich gut für ihn wie bei der Wahl 2005. Da holte er 46,9 Prozent der Stimmen und zog damit direkt in den Bundestag ein. Auch Katja Mast erhielt ein Mandat, über die Landesliste. Kilic, Schweickert und Groth wären Bundestags-Neulinge. Groth hatte 2005 noch nicht kandidiert, Kilic und Schweickert standen bereits zur Wahl.

Auch die Verteilung der Zweitstimmen aus Pforzheim und Enzkreis dürfte spannend werden. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die CDU bei der Gemeinderatswahl vor wenigen Monaten hohe Verluste hinnehmen musste - vielleicht auch ein Trend für die Ergebnisse bei der Bundestagswahl.

Viele Polit-Promis haben in den vergangenen Wochen Pforzheim besucht und Wahlkampf gemacht: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU), die stellvertretende SPD-Chefin Andrea Nahles, Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU), Guido Westerwelle (FDP) und einige mehr. Heute wird sich zeigen, was der Wahlkampf gebracht hat.

Im Jahr 2005 hat die SPD in Pforzheim und Enzkreis 31,08 Prozent erreicht, die FDP 12,64 Prozent und die Grünen 8,43 Prozent. Die Linke hätte, wenn es nach den Wählern aus Pforzheim und Region ginge, den Einzug ins Parlament nicht geschafft - nur 4,01 Prozent der Wähler gaben ihr die Stimme.

Wie hoch die Wahlbeteiligung ausfällt, ist immer eine spannende Frage. Vor vier Jahren gaben in Pforzheim und Enzkreis 77,39 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab - was ziemlich exakt dem Bundesdurchschnitt von 77,7 Prozent entsprach.

Wer noch nicht weiß, wem er seine Erststimme geben soll, kann sich beim Kandidaten-Check von Abgeordnetenwatch.de einen Überblick über die Standpunkte der einzelnen Kandidaten verschaffen.

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