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28.09.2009

Wahlverhalten hat sich in den Stadtteilen deutlich verändert

PFORZHEIM. Der politische Stadtplan ist ein Stück farbiger geworden. Die CDU ist überall stärkste Partei, aber in vielen Stadtteilen nur noch mit rund 30 Prozent der Stimmen. Die FDP hat sich manchenorts Platz Zwei erkämpft.

Der Osten ist rot. Der Westen aber auch. Die Au sowieso, und selbst die Innenstadt, das Stadtzentrum. Oststadt, Weststadt, selbst Brötzingen: In all diesen Innenstadt-Wahlbezirken haben die Roten mehr Stimmen als die Schwarzen.

Allerdings gibt es ja heute gleich zwei Parteien in Rot, die SPD und die Linke, und darum ist die CDU selbst in den roten Bezirken die stärkste Partei. Mit Ausnahme Brötzingens aber erringt in den genannten Stadtteilen die neue Berliner Regierungskoaliton weniger Stimmen als Rote, Dunkelrote und Grüne zusammen. Die Linke hat dort ihre Hochburgen, erringt zwischen 10,1 (Brötzingen) und 14,6 Prozent (Oststadt, Innenstadt).

Linke zwei Mal vor der FDP

In der Innenstadt und in der Au gelingt es der Linken gar, die ansonsten so stark auftrumpfende FDP auf Platz vier zu verweisen. Bemerkenswert: So gut wie in allen heutigen Hochburgen der Linken hatte die SPD vor vier Jahren ihre stärksten Stimmbezirke, war teilweise wie in der Innenstadt und in der Au gar stärkste Partei.

Von der SPD zur Linken

Heute ist sie das in ganz Pforzheim nicht mehr, und die Vermutung liegt nahe, dass gerade in diesen Stadtteilen die SPD-Wähler nicht nur häufiger zu Hause blieben, sondern auch in Scharen zur Linken abgewandert sind. In der Gesamtstadt hat das den Sozialdemokraten einen dramatischen Absturz auf 20,3 Prozent beschert. Wegen der geringeren Wahlbeteiligung sieht das in absoluten Zahlen so aus, dass die SPD im Vergleich zu 2005 vier von zehn Wählern verloren hat und im zugegeben kleinen Wahlbezirk Innenstadt mehr als die Hälfte.
In drei Stadtteilen (der Südweststadt, der Südoststadt und in Eutingen) hat die FDP die SPD überholt und liegt auf Platz zwei. In der Südweststadt haben sich auch die Grünen ein großes Stück vom Stimmenkuchen sichern können: FDP und Grüne kommen dort zusammen auf stolze 36,2 Prozent der abgegebenen Stimmen. Neben der SPD gibt es aber noch eine weitere Partei, die in großem Umfang Anteile bei den Zweitstimmen verloren hat – die Christdemokraten.

CDU nur selten mit 35+x

Im gesamten Stadtgebiet 4,6 Prozent, auf dem Buckenberg (minus 7,6 Prozent) und in Würm (minus neun Prozent) geradezu erdrutschartig. Dass in elf der 15 städtischen Wahlbezirke Schwarz-Gelb eine Mehrheit hat, liegt in sieben davon an einer starken FDP bei einer schwächelnden CDU, die letztlich nur auf dem Buckenberg (47,7 Prozent), in Hohenwart (39,2 Prozent), in Büchenbronn (36,6 Prozent) und in Dillweißenstein (35,3 Prozent) über die 35-Prozent-Marke hinausgekommen ist.

Zu den Gewinnern dagegen sind nach FDP und Linken auch die Grünen zu zählen, deren Erfolg sich aber mehr übers ganze Stadtgebiet verteilt, stärker in den Hanglagen zu spüren ist und ihnen besagte 15,2 Prozent in der Südweststadt eingebracht hat – was allerdings auch dort nur zum vierten Platz reicht, 3,6 Prozentpunkte hinter der SPD.