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Erste Reaktionen auf Tod von Osama bin Laden © dpa
03.05.2011

War es richtig, Osama bin Laden zu töten?

PFORZHEIM. Egal, ob die Tötung Osama bin Ladens durch die US-Elitesoldaten von vorne herein beschlossene Sache war (was die amerikanische Regierung bestreitet) oder ob es zwingend notwendig war, weil Osama sich wehrte: Der Top-Terrorist ist tot, in den USA jubelten die Mensche, die Uno zeigte sich zufrieden, die meisten Regierungen auch. Aber darf man das? PZ -Redakteur Olaf Lorch-Gerstenmaier fragte nach bei maßgeblichen Kirchenmännern.

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Hendrik Stössel, evangelischer Dekan Pforzheim-Stadt: „Es gibt einen – von vielen – Verbrecher weniger auf der Welt. Er hatte Tausende von Menschen auf dem Gewissen. Freude empfinde ich nicht. Freude kann man nicht empfinden, wenn Blut geflossen ist, aber ich kann die Freude anderer Menschen, vor allem der Amerikaner, nachvollziehen. Ich frage mich aber auch, ob Schaden, Schmerz und Leid jetzt geringer werden.“

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Bernhard Ihle, katholischer Dekan Pforzheim: „Wenn jemand erschossen wird, ist das immer eine dramatische Sache. Ich kann keine Freude empfinden, aber Genugtuung nachempfinden. Der Eingriff war völkerrechtlich nicht unbedenklich. Es bleibt ein bitterer Nachgeschmack.“

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Klaus Holz, einer der beiden Vorsitzenden der Christlich-Islamischen Gesellschaft: „Über den Tod eines Menschen soll man sich grundsätzlich nicht freuen. Und überhaupt: Wo ist der Fortschritt? Wird der Terrorismus jetzt weniger? Es wäre mir lieber gewesen, man hätte Osama gefangen genommen und vor ein internationales Gericht gestellt. Emotional kann ich die Genugtuung von Angehörigen der Opfer nachvollziehen. Ich verstehe das, akzeptiere es aber nicht. Das stillt nur das Bedürfnis nach Rache - aber dann muss ich auch die Blutrache in der Türkei gutheißen.“

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