nach oben
Warnstreik an Klinikum: 200 Mitarbeiter legen Arbeit nieder
Warnstreik an Klinikum: 200 Mitarbeiter legen Arbeit nieder © Ketterl
24.04.2012

Warnstreik an Klinikum: 200 Mitarbeiter legen Arbeit nieder

PFORZHEIM . Im Klinikum Pforzheim haben nach Angaben von ver.di rund 235 Arbeitnehmer am Dienstag ihre Arbeit niedergelegt. Der Warnstreik dauerte von 6 bis 10 Uhr. Die Patientenversorgung war in dieser Zeit nach Angaben von Helmut Bauer, Geschäftsführer des Klinikum Pforzheim, sichergestellt: „Wir haben mit ver.di eine Vereinbarung getroffen, die garantiert, dass die Betreuung unserer Patienten jederzeit gewährleistet ist.“

Notversorgung funktioniert

Eine ausreichende Anzahl an Mitarbeitern habe zur Verfügung gestanden, um die ambulanten und stationären Patienten sowie eingehende Notfälle umfassend zu betreuen. Der ver.di-Gewerkschaftssekretär für den Fachbereich Gesundheitsdienst, Reinhold Schupp, ist mit der Beteiligung zufrieden.

240 organisierte Mitglieder verzeichne ver.di im Klinikum. Sie warten jetzt auf einen neuen Verhandlungstermin. Sollte sich in den nächsten Wochen nichts bewegen, schließt er erneute Streikaktionen nicht aus.

Hintergrund des Streikaufrufs ist das aus Sicht der Gewerkschaft völlig unzureichende Arbeitgeberangebot. „Das Klinikum Pforzheim hat ein Alleinstellungsmerkmal, es zahlt die schlechtesten Löhne aller umliegenden Akutkliniken. Arbeitgeber wollen, dass das so bleibt. Ohne Druck von den Beschäftigten wird es keine Bewegung geben“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Verlust von Reallohn

Das Angebot in der zweiten Verhandlungsrunde für die Tarifrunde 2012 entspreche bezogen auf die Laufzeit einer Erhöhung von 1,7 Prozent, was für 2012 Reallohnverluste bedeute. Bei diesem Angebot wachse die Lücke zu den Vergütungen zum öffentlichen Dienst. Ver.di fordert daher eine Angleichung des Vergütungsniveaus. Es gehe laut Gewerkschaftssekretär Schupp um die Anpassung an Gehälter des öffentlichen Dienstes.