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Screenshot: PZ 

Was macht eigentlich die Polizei so den ganzen Tag? Der Twitter-Marathon gewährt Einblicke ins Einsatzgeschehen

Pforzheim. Was macht eigentlich die Polizei so den ganzen Tag über? Die einen telefonieren und nehmen die Notrufe entgegen, die anderen fahren im Streifenwagen umher, die anderen laufen durch die Pforzheimer Innenstadt und halten nach kleinen und großen vergehen Ausschau. Einige warten auf dem Revier auf die Mitbürger, die persönlich vorsprechen wollen oder persönlich vorgeführt werden, um befragt zu werden oder eine Nacht in der Ausnüchterungszelle zu verbringen. Und dann gibt es da im Polizeipräsidium Pforzheim noch ein Trio, das zumindest an diesem Mittwoch einfach nur twittert - von 7 Uhr bis 17 Uhr bei einem Twitter-Marathon, der spannende wie kuriose Einblicke in den Arbeitsalltag liefert.

Das Social Media Team twittert unter dem Hashtag #10hPPPf live aus der Einsatzzentrale in Pforzheim. Ob spannende Einsätze, Kriminalfälle oder einfach nur aberwitzige Situationen, die Beamtinnen und Beamten des Polizeipräsidiums Pforzheim müssen sich rund um die Uhr den unterschiedlichsten Herausforderungen stellen. Auf https://www.twitter.com/polizeipf kann man erleben, wie die Polizisten für die Sicherheit der Menschen im Zuständigkeitsbereich sorgen - und der reicht bis nach Freudenstadt und Nagold.

Der erste echte Einsatz-Tweet ist ein Brandalarm, der sich wie noch mehrere automatische Alarm als Fehlmeldung erweist. Möglichst zügig hinfahren müssen die Polizisten auf jeden Fall, dann die Lage prüfen, oft in Verbindung mit der Feuerwehr, und erst wenn klar ist, dass da kein Schwelbrand irgendwo durch die Hauselektrik frisst und sich kein Einbrecher unter Bett versteckt hat, kann der Einsatz beendet werden. Der Twitter-Marathon wird auch mit Videos bestückt.

Hier sehen Sie, was in der Einsatzzentrale passiert.

Und wie oft klingelt das Telefon im Einsatz- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums Pforzheim? Im Durchschnitt gibt es zwischen dem 1. Januar und dem 30. April 2020 genau 320 Notrufe unter der 110. och es können auch mal locker mehr als doppelt so viel werden.

Hier sehen Sie ein paar Kernzahlen zum Notruf-Aufkommen in Pforzheim.

Und unter diesen Anrufen gibt es nichts, was man sich nicht vorstellen kann. Polizisten sind als Streitschlichter in Familien und im Sozialamt gefragt, oder als Tierfänger, wenn Kühe von der Weide ausgebrochen sind. Sie werden zu verletzten Radfahrern gerufen und zu Bagatellunfällen oder wenn jemand auf der A8 die Motorhaube eines Autos verloren hat. Sie rasen in Streifenwagen zum Einsatzort oder nutzen das Zweirad für die Radstreifen. 

Und wie lautet das Fazit der Marathon-Twitterer?

"Mit der Zielsetzung, die Arbeit des Führungs- und Lagezentrum transparent darzustellen, haben wir ins Schwarze getroffen!", so Simone Unger von der Pressestelle des Polizeipräsidiums. Im Verlauf des Tages sei es gelungen der Öffentlichkeit deutlich zu machen, was eine Leitstelle im Einsatzgeschehen leisten müsse, wie wichtig Informationen bei einer Notrufabfrage seien und welche Konsequenzen es haben könne, wenn der Notruf 110 unnötiger Weise angerufen und blockiert werde, erklärt Pressesprecher Dirk Wagner. Mit rund 200 Tweets würde die Pforzheimer Polizei eine positive Bilanz ziehen. "In naher Zukunft wird es mit Sicherheit wieder einen solchen Twitter-Marathon geben", so Wagner in einer Pressemitteilung.

Thomas Kurtz

Thomas Kurtz

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