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Beim Auftakt zur Gesprächsreihe über Architektur: Uta Stock-Gruber, Dorothea Voitländer, Baureferent Marc-Tell Feltl, Bürgermeisterin Sibylle Schüssler, Moderatorin und PZ-Redakteurin Anke Baumgärtel, Henning Ehrhardt, Christoph Felger, Ludwig Wappner und Kulturamtsleiterin Angelika Drescher vor dem EMMA.
Beim Auftakt zur Gesprächsreihe über Architektur: Uta Stock-Gruber, Dorothea Voitländer, Baureferent Marc-Tell Feltl, Bürgermeisterin Sibylle Schüssler, Moderatorin und PZ-Redakteurin Anke Baumgärtel, Henning Ehrhardt, Christoph Felger, Ludwig Wappner und Kulturamtsleiterin Angelika Drescher vor dem EMMA.
Vor der Diskussion gibt Kulturamtsleiterin Angelika Drescher einen Einblick in die architektonische Geschichte der Stadt. Foto: Seibel
Vor der Diskussion gibt Kulturamtsleiterin Angelika Drescher einen Einblick in die architektonische Geschichte der Stadt. Foto: Seibel
02.06.2017

Was wäre, wenn das Pforzheimer Großprojekt City-Ost nicht kommt?

Pforzheim. Dass sie Baukultur und Stadtentwicklung neues Gewicht geben wolle, das hat die seit einem Jahr amtierende Bau- und Kulturbürgermeisterin Sibylle Schüssler stets gesagt. Auch am Donnerstagabend wieder, im Kreativzentrum EMMA, beim Auftakt der Gesprächsreihe „What if... was wäre, wenn...“

Geladen waren als Gesprächsgäste die Architekten aus dem Gestaltungsbeirat, und Sibylle Schüssler versprach den rund 50 Zuhörern: „Das können Sie noch in 20 Jahren erzählen, dass Sie heute bei der Auftaktveranstaltung dabei waren. Die Reihe wird legendär.“ Von stadthistorischer Bedeutung könnte der Abend auf jeden Fall werden, erfuhr doch erstmals die Öffentlichkeit, dass es spitz auf Knopf steht für das große Vorhaben Innenstadt-Ost.

Denn die Mitglieder des Gestaltungsbeirats (Professor Ludwig Wappner, Professor Dorothea Voitländer, Professor Uta Stock-Gruber, Christoph Felger und Henning Ehrhardt) waren am Dienstag Gäste der nicht-öffentlichen Projektbeiratssitzung zu dem Vorhaben gewesen. Dort wurden die Entwürfe der sieben potenziellen Investoren rund 100 ausgewählten Bürgern gezeigt, und bislang gingen die Befürworter des Projekts davon aus, dass mindestens einer dabei sein würde, der überzeugen und für Rückenwind sorgen würde, bevor in einigen Wochen der Gemeinderat über den Fortgang entscheidet.

Was am Donnerstag zur Sprache kam, klang anders. „Da ist noch nichts gegessen, das hat man gemerkt“, berichtete Ludwig Wappner. „Ist der Brocken nicht zu groß?“ Zudem sei er kein Freund reiner Fußgängerzonen, merkte Wappner zur Schließung des Schloßbergs für den Verkehr an.

Einen Ringbus-Verkehr über diese Strecke und durch die Innenstadt, wie dies aus dem Publikum angeregt wurde, könne man sich gut vorstellen. Und unisono war das Gremium der Meinung: Pforzheim müsse seine 1950er-Jahre-Architektur, auch in der Fußgängerzone, pflegen, säubern, in ein gutes Licht rücken, denn: „Die sehen so richtig cool aus.“ Wertschätzung genießt bei Felger auch der Erhalt des aus dieser Zeit stammenden Technischen Rathauses: Wer es abreißen wolle, könne nur ein Problem mit seiner Pforzheimer Identität haben. Dieser Abriss ist aber bislang Kern des Projekts.

Die fünf wussten aber auch, was Schmuckjubiläums-Macher Gerhard Baral mit Blick auf 35 Jahre Innenstadt-Planung betonte: Die Leute wollen endlich Ergebnisse sehen. Landauf, landab gehe so etwas zu leicht im „politischen Geschacher“ unter, hat Christoph Felger beobachtet: Ein Jahr vor und ein Jahr nach Wahlen herrsche Stillstand. Schwierig würden Entwicklungen auch, weil Einzelne „juristisch das Wohl der Gesellschaft torpedieren“ können.

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