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Gerhard Baral (links) und Thomas Frei präsentieren das Schild für den künftigen Christoph-Bechtler-Weg. Foto: Meyer
Gerhard Baral (links) und Thomas Frei präsentieren das Schild für den künftigen Christoph-Bechtler-Weg. Foto: Meyer
29.12.2017

Weg in Brötzinger Krautgärten erinnert an Christoph Bechtler und den Gold-Dollar

Christoph Bechtler? Nach ihm ist der erste offizielle Gold-Dollar der USA benannt. Das liegt bald zwei Jahrhunderte zurück. Demnächst wird der Name im Pforzheimer Stadtplan auftauchen, denn der Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung des Jahres den „Christoph-Bechtler-Weg“ in den Brötzinger Krautgärten dbeschlossen, nahe der Büchenbronner Straße, wo die Wiege von Christoph Bechtler stand.

Gerhard Baral, der Gesamtkoordinator für „Goldstadt 250“, das Festival zum 250. Jahrestag der Gründung der Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie, hatte sich unter anderem auch dafür eingesetzt, dass fortan mit einer Straße oder einem Weg an Christoph Bechtler erinnert wird – der, in Brötzingen 1782 geboren und in Pforzheim als erfolgreicher Schmuckunternehmer wirkend, später in den USA zu Ruhm gekommen war: Denn er prägte den ersten offiziellen Gold-Dollar, noch heute „Bechtler-Dollar“ genannt. Bis zu seinem Tod Anfang 1843 hatten er und sein Sohn August in Rutherfordton (North Carolina) Ein-, Zweieinhalb- und Fünf-Dollar-Münzen im Wert von über 2,2 Millionen Dollar sowie Goldkörner im Wert von 1,4 Millionen Dollar auf den Markt gebracht.

Bechtler, dessen Lebensgeschichte der frühere PZ-Redakteur Thomas Frei seit vielen Jahren erforscht, gehörte nicht nur zu den vermögenden Bijoutiers in Pforzheim, er war auch ein Mäzen und machte sich vor allem mit der Erfindung einer Goldwaschmaschine einen Namen. Er war offensichtlich vom Gold besessen, deshalb folgte er dessen Lockruf nach North Carolina, wo 1799 (lange vor Kalifornien, Kanada oder Alaska) der erste Nugget gefunden wurde.

Bechtler ließ seine Frau mit den Töchtern zurück und ging im Jahr 1829 mit zwei Söhnen und einem Neffen in die USA, von wo aus er seine Familie in Pforzheim großzügig unterstützte und auch in seinem Testament bedachte. Er starb Anfang 1843 an einer Vergiftung durch Quecksilber, mit dem das Gold vom Gestein getrennt wurde.

Auch in North Carolina machte sich Christopher Bechtler, wie er sich jetzt nannte, als Wohltäter einen Namen, denn im Staatsbuch ist vermerkt, dass sich jeder Bewohner ein Beispiel an diesem ehrenhaften Deutschen nehmen solle. Das Städtchen Rutherfordton mit seinen 4200 Einwohnern hat ein Museum in Bechtlers früherem Wohnhaus sowie einen Freizeitpark an der Mine eingerichtet, in der das Gold geschürft wurde. Überall stößt man zudem auf die Spuren des Pforzheimers.

Das wird bald auch in den Brötzinger Krautgärten der Fall sein, wenn Passanten den Christoph-Bechtler-Weg begehen werden.