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30.04.2008

Wege in die Bildungslandschaft

PFORZHEIM. Bildung ist mehr als Wissen – auch soziales Lernen und Kultur gehören dazu. Darauf hat Bürgermeister Gert Hager bei der Fachtagung „Lokale Bildungslandschaft“ in der IHK Nordschwarzwald besonders hingewiesen.

Weil Pforzheim allen jungen Menschen unserer Stadt die bestmöglichen Entwicklungschancen für eine nachhaltige Bildung bieten wolle, habe sich die Stadt zusammen mit Bildungseinrichtungen für eine bessere Zukunft auf den Weg gemacht, erklärte Hager. Nur wenn man gemeinsam an einem Strang ziehe, könne die Bildungslandschaft entwickelt werden.

„Viele Kompetenzen wichtig“

Namhafte Referenten, allen voran Thomas Rauschenbach, Vorstandsvorsitzender und Direktor des Deutschen Jugendinstituts sowie Professor für Sozialpädagogik an der Technischen Universität Dortmund, sprachen sich dafür aus, den Prozess von Bildung, Betreuung und Erziehung neu zu justieren. Bildungsprozesse ließen sich zeitlich, örtlich und inhaltlich nicht eingrenzen. Kulturelle, soziale, praktische und personale Kompetenzen seien wichtig.

Martin Keppler, Geschäftsführer der IHK Nordschwarzwald, betonte, dass Hauptschulen künftig vor allem Ganztagsschulen sein sollten. Er forderte Leistungstransparenz auch bei den Lehrkräften ein. Bei der schulischen Bildung sei keine Strukturdiskussion nötig, aber „Wirtschaft bildet unsere Zukunft“, sagte er.

Die individuelle Förderung junger Menschen müsse bereits im Vorschulalter unterstützt werden. Es gehe darum, alle Bildungs-Chancen zu nutzen, so Keppler.

Peter Walter von der Schulaufsichtsbehörde des Regierungspräsidiums Karlsruhe, nannte die Schlüsselwörter „Bildung, Nachhaltigkeit und Vernetzung“. Sie seien zum Aufbau einer Bildungslandschaft wichtig. Moderator Oliver Vorndran („Bertelsmann-Stiftung“) sagte, alle Bildungsakteure bildeten die Verantwortungsgemeinschaft.

„Ein Symbol des Aufbruchs“

Den von der Projektgruppe „Bildungslandschaft“ unter Federführung von Manfred Becker auf die Beine gestellten ersten Bildungstag sieht Moderator Vorndran als „Symbol des Aufbruchs.“ Dazu gehörte auch eine Präsentationsausstellung, die das Thema mit aktuellen Bildungsbeispielen ergänzte. Ob nationaler Bildungsbericht oder die Übergangsquoten von Grundschulen und weiterführenden Schulen, ob Modellprojekte in der frühkindlichen Bildung oder die „Kampagne Erziehung“ – das Rundumangebot konnte sich sehen lassen. Kooperationsprojekte in der schulischen oder außerschulischen Bildung („Spielendes Klassenzimmer“) wurden ebenso präsentiert wie die „Chancengleichheit als Schlüsselthema“ oder regionale Bildungslandschaften.

Weichenstellung für die Zukunft

Diese Fachtagung bot allen Interessierten durch die Verbindung von Fachvorträgen mit ergänzenden Praxisberichten die Möglichkeit, bereits heute wichtige Weichenstellungen für die Zukunft zu erkennen.