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Der Heimathistoriker und pensionierte Schulleiter Helmut Schmitt am Ort der Erdarbeiten am Ernst-August-Haug-Weg mit der von ihm verfassten Dillweißensteiner Chronik, in der auch auf den früher dort befindlichen und 1893 aufgelösten alten Friedhof verwiesen wird. Foto: Ketterl, Lorch-Gerstenmaier
Der Heimathistoriker und pensionierte Schulleiter Helmut Schmitt am Ort der Erdarbeiten am Ernst-August-Haug-Weg mit der von ihm verfassten Dillweißensteiner Chronik, in der auch auf den früher dort befindlichen und 1893 aufgelösten alten Friedhof verwiesen wird. Foto: Ketterl, Lorch-Gerstenmaier
16.09.2016

Weitere Skelettfunde auf der Deponie am Hohberg zu erwarten

Nein, es wird keine Beisetzung der Toten geben, deren skelettierte Überreste am Donnerstag bei Arbeiten im angelieferten Erdreich auf der Pforzheimer Deponie am Hohberg gefunden worden waren. Der Grund: Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sind sie schon einmal beerdigt worden, wenn auch vor langer Zeit. Die Polizei geht fest davon aus, dass die Vermutung stimmt und es sich bei den Schädeln und Knochen um Tote aus den Gräbern des früheren Dillsteiner Friedhofs handelt, der 1816 angelegt und 1893 aufgelöst wurde und wo sich seit 1923 das Kriegerdenkmal befindet.

Dort, am Ernst-August-Haug-Weg, finden Erdarbeiten für ein Regenklärbecken statt. Der Erdaushub sei zur Deponie gebracht worden. Es sei mit weiteren Funden zu rechnen. Man befindet sich in Kontakt mit der Stadt. Bei weiteren Funden werde diese die Polizei informieren, teilte Polizeipressesprecher Ralf Minet auf PZ-Nachfrage mit. In Absprache mit der Staatsanwaltschaft würden die Gebeine nun im Krematorium verbrannt.

In Dillweißenstein erinnert sich Heimathistoriker Helmut Schmitt an die Berichte vom alten Friedhof, die er für eine Stadtteil-Chronik verfasst hat. Details zu den dort Beerdigten kennt auch er nicht, wie er vor Ort verrät. Aber der pensionierte Rektor der Buckenbergschule ist sich sicher, dass man ähnliche Funde machen würde, wenn man am Standort des zweiten früheren Friedhofs des Stadtteils ebenfalls Grabungen vornähme – dem heutigen Spielplatz an der Kräheneckstraße bei der Jugendherberge in Weißenstein. Beide Begräbnisstätten waren aufgelöst worden, als der gemeinsame Friedhof an der Liebfrauenkirche geschaffen wurde.

Auch der städtische Denkmalpfleger Christoph Timm wusste vom alten Friedhof. „Allerdings war nicht davon auszugehen, dass man direkt an dieser Stelle auf Knochenfunde stoßen würde.“ Zumal das Gelände mit Erde aufgefüllt worden sei und die Bauarbeiten am Rande des ehemaligen Friedhofs stattfänden. „Wir hatten eine ähnliche Situation beim Bau eines Regenüberlaufbeckens am ehemaligen Oststadtfriedhof, wo keine Knochen gefunden wurden.“