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Brigitte Graeber, Gabi Bonau (Plan International) und die Gleichstellungsbeauftragte Susanne Brückner (hinten, von links) mit Lara, Mutter Daniela und Julia (vorne, von links) bei der Veranstaltung „Because I am a Girl“. Eickhoff
Brigitte Graeber, Gabi Bonau (Plan International) und die Gleichstellungsbeauftragte Susanne Brückner (hinten, von links) mit Lara, Mutter Daniela und Julia (vorne, von links) bei der Veranstaltung „Because I am a Girl“. Eickhoff
10.10.2016

Welt-Mädchentag macht auf Geschlechterproblematik aufmerksam

Erst in den 1920er-Jahren wurde Frauen in Deutschland das Wahlrecht eingeräumt, noch dreißig Jahre später durfte der Ehemann das Dienstverhältnis seiner Frau kündigen. Sie hatte hinter dem Herd zu stehen und sich um die Kinder zu kümmern.Seitdem hat sich die Gesellschaft gewandelt. Frauen behaupten sich in Führungspositionen, und Männer gehen in Elternzeit. „Das ist aber noch nicht ausreichend. Die Männer dominieren noch immer die Politik, viele Unternehmen haben eine männliche Führung, und auch in Schulen oder Vereinen haben zu oft Jungen das Sagen“, betont die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Pforzheim, Susanne Brückner.

Viele Mädchen und junge Frauen seien nicht vertraut mit den bestehenden Ungleichheiten. Ihnen möchte Brückner im Rahmen des Welt-Mädchentages, der seit 2011 jährlich am 11. Oktober stattfindet, eine Bühne bieten, sich über die Ungerechtigkeiten und Herausforderungen zu informieren. So entstand die Idee eines Programms um den internationalen Welt-Mädchentag.

Kinderhilfswerk beteiligt

Den Auftakt bildete am Samstag der Aktionstag am Hilda-Gymnasium mit verschiedenen Angeboten für Mädchen und junge Frauen. Lara und Julia besuchten mit Mutter Daniela aus Mühlacker die Veranstaltung „Because I am a Girl“, die vom Kinderhilfswerk Plan International und der Aktionsgruppe Pforzheim initiiert wurde und über die Ungleichberechtigung von Mädchen in anderen Ländern informiert. Einige Klassenzimmer weiter fand der voll ausgebuchte Workshop „Schokolade & Wellness“ von pro familia statt, indem sich die Mädchen auf eine „Schokoladenfantasiereise“ begaben und selber Masken und Peelings herstellten. „Leider mussten wir auch ein paar der Angebote wieder absagen. Die Nachfrage war nicht allzu groß dafür“, bedauert Brückner. „So ein Projekt muss sich erst entfalten können und entwickelt auf längere Sicht eine Nachhaltigkeit, deshalb ist es auch auf fünf Jahre angesetzt.“

Der Welt-Mädchentag, der in erster Linie durch die Catharina-Vierordt-Stiftung gefördert wird, die nach der ersten Pforzheimer Unternehmerin benannt ist, beinhaltet noch zwei weitere Angebote am Mittwoch und Donnerstag. Im Kommunalen Kino wird mit dem Film „Mustang“ die Filmreihe „Mädels ONLY“ eingeleitet, für Mädchen jedes Alters. Am Tag darauf veranstaltet die Stadtbibliothek um 19 Uhr eine Autorenlesung zum Buch „Die Rosa-Hellblau-Falle – Für eine Kindheit ohne Rollenklischees“, vorrangig für Eltern und Fachkräfte, die sich mit Kindern beschäftigen.