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Beim Frühstück mit Paralympics-Siegerin Verena Bentle durften gestern die Nordtstadtschüler einmal eine Goldmedaille in ihren Händen halten. Foto: Rosendahl
bentele © Rosendahl
28.09.2011

Weltmeisterin Bentele frühstückt mit Nordstadtschülern

Pforzheim. Den Mittwoch, 28. Oktober, wird Nordstadtschüler Yasin nicht vergessen. „Ich habe beim Schulfrühstück noch nie neben einer Paralympics-Siegerin und vierfachen Weltmeisterin gesessen. Das muss ich sofort meinen Eltern erzählen. Die werden mir das gar nicht glauben“, vermutete Yasin. „Aber dann sage ich ihnen, sie sollen die ,Pforzheimer Zeitung‘ lesen. Da steht alles drin. Das ist mein Beweis“, so der überglückliche Schüler.

Yasin durfte ebenso wie Schülerin Michelle und andere Klassenkameraden die Olympia-Goldmedaille der blinden Weltmeisterin im Skilanglauf und Biathlon anfassen – und auch das war eine Premiere für die Schüler, die mindestens genauso strahlten wie die Medaille glänzte.

„Die mehrfach ausgezeichnete Nordstadtschule hat einen ganz tollen Frühstücks-Club. Den wollte ich unbedingt einmal persönlich kennenlernen“, sagte Bentele. Sie war aus München angereist und übernachtete in Stuttgart, damit sie gestern am frühen Morgen mit den Nordtstadtschülern in der ehemaligen Mensa in ihrem Containerdorf an der Schanzschule Waffeln essen konnte. Mitgebracht hatte die Patin von „Jugend trainiert für Olympia“ und des Nordstadtschul-Frühstücksclubs Karl Weinmann, den zuständigen Sportreferenten des Kultusministeriums Baden-Württemberg, der auch Vorsitzender der Deutschen Schulstiftung ist und das Projekt der „Frühstücks-Clubs“ trägt. Er kam mit seiner Assistentin Gabriela Notaro und wurde von Nordstadtschullehrer Matthias Heller empfangen. „Das Konzept des Frühstücks-Engagements und des Fitness-Coaching beeindruckt sehr“, sagte Weinmann.

„Die Nordstadtschulsanierung zwingt uns zur örtlichen Trennung der rund 250 Werkrealschüler, die in der Schanzschule frühstücken, und der übrigen 400 Schüler, die in den Containern der Nordstadtschule unterrichtet werden“, sagte Heller, wobei die ehrenamtlich engagierte Frühstückshelferin Regine Hahn anmerkte, „dass wir die Nordstadtschüler gegenwärtig aus Frühstücks-Kisten versorgen müssen, denn wir haben noch keine Erlaubnis, die Küche des Horts mitbenutzen zu dürfen“, bedauert Hahn.

Ein Gemeinschaftserlebnis

„Ohne Frühstück gehe ich nicht aus dem Haus“, sagte Bentele. Sie freute sich darüber, dass die Nordstadtschüler das Gemeinschaftserlebnis am Morgen auch als einen Ort der Kommunikation ansehen. „So sollte das auch sein“, sagte sie und betonte: „Sport, Bewegung und gutes Essen gehören zusammen.“