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23.07.2015

Weniger Langzeitarbeitslose in Pforzheim

Pforzheim. Die Arbeit des städtischen Jobcenters zeigt deutliche Erfolge und hat dazu geführt, dass sich die Arbeitslosenzahl im Bereich des SGB 2 (Grundsicherung für Arbeitssuchende) zwischen Juni 2013 und Juni 2015 von 3567 auf 3050 Personen verringert hat. Dies entspricht einer Reduzierung um 14,5 Prozent. Durch gezielte Maßnahmen konnte vor allem die Arbeitslosigkeit im Bereich der 15-24 jährigen und der über 50 jährigen arbeitslosen Menschen in der Grundsicherung gesenkt werden. „Unsere vielfältigen Anstrengungen auf den unterschiedlichen Ebenen greifen spürbar; unser Jobcenter macht mit seinen engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen hervorragenden Job“, so Oberbürgermeister Gert Hager.

Die Gründe für die gute Entwicklung im Bereich der unter 25 Jährigen sind vielfältig. Die personelle Situation in der Betreuung arbeitsloser Jugendlicher im Jobcenter wurde verbessert, so dass die zuständigen Fallmanager heute durch einen guten Betreuungsschlüssel eine engere Kontaktdichte zu den jungen Menschen halten können als noch 2012. Seit das Jobcenter städtisches Amt ist (seit 2012) gelingt durch die enge Zusammenarbeit mit allen anderen städtischen Stellen- Amt für Bildung, Jugendamt, Schulsozialarbeit, Haus des Jugendrechts und andere- der Übergang von der Schule in den Beruf und die Unterstützung für arbeitslose junge Menschen viel unbürokratischer und schneller. Eine besondere Herausforderung bleibt weiterhin die Suche nach Strategien für und mit schulmüden Jugendlichen ohne Schulabschluss – derzeit sind dies etwa 60 Jugendliche im Rahmen der Grundsicherung für Arbeitssuchende. „Es ist eine große Herausforderung, schulmüden Jugendlichen den Weg hin zum arbeitsfreudigen Erwachsenen zu ebnen, aber es kann gelingen, denn wir dürfen keinen jungen Menschen ohne Perspektive lassen. Dafür müssen wir in Spracherwerb investieren, die sozialen Kompetenzen und klassischen Arbeitstugenden von Anfang an fördern und auch abverlangen und das Nachholen von Schulabschlüsse ermöglichen,“ so Bürgermeisterin Monika Müller. Seit Juni 2013 konnten die Arbeitslosenzahlen im Bereich der 15-24 Jährigen von 292 auf 216 Personen verringert werden. Dies entspricht einer Reduzierung um 26 Prozent. Auch im Bereich der Kunden ab 50 Jahren („50+“) konnten überdurchschnittliche Erfolge erzielt werden. Durch die Teilnahme am Projekt „Silverstars“ kann seit 2012 eine passgenaue Betreuung und Qualifizierung von älteren Langzeitarbeitslosen angeboten werden. So ist es durch unterschiedliche unterstützende Maßnahmen, z.B. Qualifizierungen, Umschulungen oder Praktika bei Arbeitgebern und der nötigen Eigeninitiative der älteren Arbeitslosen gelungen, seit Juni 2013 über 400 von ihnen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen zu integrieren. Im gleichen Zeitraum sank die Anzahl arbeitsloser Menschen ab 50 Jahren von 943 auf 718 Personen. Dies entspricht einer Reduzierung um knapp 24 Prozent. Möglich wurden diese Erfolge nicht zuletzt durch sinnvolle Investitionen in entsprechende Maßnahmen für diese beiden Gruppen. So sind im Jahr 2015 beispielsweise etwa 960.000 Euro für eingliedernde Maßnahmen junger Menschen unter 25 vorgesehen. Im Altersbereich ab 50 stehen hierfür etwa 430.000 Euro zur Verfügung.

Sorgen bereiten der Leiterin des Jobcenters Pforzheim, Stephanie Schake, ungeachtet der guten Erfolge auf dem Pforzheimer Arbeitsmarkt, weiterhin die besonderen Schwierigkeiten für Menschen, die bereits länger als vier Jahre arbeitslos sind. „Für diese Menschen ist es sehr schwierig, Arbeitgeber zu finden, die ihnen eine neue Chance auf eine Rückkehr auf den Arbeitsmarkt ermöglichen“. Gerade auch in diesem Zusammenhang sieht Frau Schake das zurückgehende Engagement des Bundes bei der Unterstützung der Empfänger von Grundsicherung für Arbeitssuchende als problematisch an: Standen im Jahr 2010 noch knapp 8,5 Mio. Euro für Eingliederungsmaßnahmen zur Verfügung, so sind es im Jahr 2015 nur noch 4,9 Mio. Euro.