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Das richtige Wort zur rechten Zeit - für einen Politiker eine leichte Übung. Und so konnte der Pforzheimer CDU-Bundestagsabgeordnete Gunther Krichbaum (rechts) mit seinem Lob für die PZ bei der Redaktionskonferenz Punkte sammeln.
krichbaum in PZ © Seibel
15.04.2008

Wenn ein Politiker die Fragen stellt

Dass ein Politiker in eine Zeitungsredaktion kommt, ist an sich nichts Ungewöhnliches. Es sei denn, die Rollen werden vertauscht. Am Dienstag, beim Besuch von Gunther Krichbaum, quetschten nämlich nicht die Journalisten den Politiker aus, sondern der Politiker die Journalisten.

Krichbaum, CDU-Bundestagsabgeordneter für Pforzheim/Enzkreis, weilte bei einer Mini-Hospitanz einen Tag lang in der PZ-Redaktion, um einen Eindruck davon zu gewinnen, wie Nachrichten ihren Weg in die „Pforzheimer Zeitung" finden.

Gleich bei der Morgenkonferenz im Nachrichtenressort stellte Krichbaum klar: „Ehrlich gesagt habe ich von Ihrem Geschäft keine Ahnung." Das änderte sich im Laufe des Tages allerdings gründlich. Der Vorsitzende des Europaausschusses wurde von Chefredakteur Jürgen Metkemeyer durchs Haus geführt, blickte Newsdesk-Chefin Angelika Wohlfrom bei der Gestaltung der Titelseite über die Schulter und saß schließlich um 15.30 Uhr in der großen Nachmittagskonferenz.

Dort übernahm Krichbaum die tägliche Blattkritik und war – wie es sich für einen intelligenten Hospitanten gehört – voll des Lobes über Gestaltung und Inhalte der PZ. Auch auf die Frage des Chefredakteurs, was ihn denn in den vergangenen Wochen an der Zeitung geärgert habe, gab Krichbaum eine für die Redaktion erfreuliche Antwort: „Nichts – und wenn ich mich mal ärgern sollte, rufe ich an."

Dazu könnte es schon allein deshalb irgendwann kommen, weil ehemalige Hospitanten bei der PZ keine Vorzugsbehandlung erfahren – und von heute an stellen die Redakteure wieder die Fragen.