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Über den gut besuchten Neujahrsempfang freuen sich CDU-Kreisvorsitzender Gunther Krichbaum, Stadträtin Oana Krichbaum, der Sparkassenverbandspräsident Peter Schneider sowie Claudia Birkle und MIT-Kreisvorsitzender Jochen Birkle (von links).  Foto: Fux 

„Wer Rendite haben will, muss heute Risiken eingehen“ - So war der CDU-Neujahrsempfang in Pforzheim

Pforzheim. „Es ist ein toller Anblick in ein voll besetztes Aquarium, so nennt man diesen Hörsaal, zu schauen“, freute sich CDU-Bundestagsabgeordneter und CDU-Kreisvorsitzender Gunther Krichbaum über den sehr gut besuchten Neujahrsempfang der CDU Enzkreis/Pforzheim und der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT), der am Samstag an der Hochschule stattfand.

Es war das „Who ist who“, der CDU vertreten, darunter Ex-Ministerpräsident Stefan Mappus, Landtagsabgeordneter Thomas Blenke, Oberbürgermeister Peter Boch, der Erste Bürgermeister Dirk Büscher, einige Rathauschefs aus dem Enzkreis, vor allem Gemeinde- und Kreisräte. Auch FDP-Landtagsfraktionschef Hans Ulrich Rülke, SPD-Gemeinderat Uwe Hück und Kreishandwerksmeister Rolf Nagel weilten unter den Gästen.

Auch der Referent, der Präsident des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg und ehemalige Landtagsabgeordnete Peter Schneider traf mit Viktoria Stavenhagen und Marianne Engeser einstige Nebensitzer. Schneider stellte seinen kurzweiligen Vortrag unter das Motto: „Zinslose Zeiten – steht die Finanzwirtschaft auf dem Kopf, und ist der Sparer der Dumme?“

Da er diese Frage mit „Ja“ beantwortete, warnte er daher vor den Folgen: „Umso mehr dürfen wir das Radikalisierungspotenzial und die antieuropäische Haltung bei diesem Thema nicht verkennen.“ Soziale Marktwirtschaft sei der Erfolgsgarant in der Nachkriegszeit in Deutschland gewesen. Gerade die CDU solle daher alles tun, die Themen und Herausforderungen 2020 marktwirtschaftlich anzugehen.

Ruhig schlafen wie früher mit dem Sparbuch gehe heute nicht mehr. „Wer Rendite haben will, muss Risiken eingehen und sie dabei möglichst breit streuen“, so Schneider. Der Politik empfahl er, auf eine leistungsfähige Wirtschaft aufzupassen. Auch Negativzinsen möchte der Präsident des Sparkassenverbands so lange vermeiden, wie es geht. „So süß diese für den Staat auch schmecken, für die Menschen sind sie auf lange Sicht eine ganz bittere Pille“, betonte der Bankexperte, dessen größte Sorge die Altersvorsorge ist. Er verdeutlichte dies an einem Beispiel: Ein Sparer sorge für das Alter vor und lege 35 Jahre monatlich 100 Euro zurück. Bei einer Verzinsung mit 0,5 Prozent statt vier Prozent stehe am Ende nur halb so viel Geld im Alter zur Verfügung. Scharf ins Gericht geht der Sparkassenverbandspräsident mit Reglementierungen. Es gehe inzwischen so weit, dass es in Gremien und Sitzungen der Institute zu mehr als der Hälfte nur noch um Aufsicht gehe, Geld verdienen gerate dabei in den Hintergrund. Anstatt die Nutzung von Chancen, wie in einer Marktwirtschaft üblich, werde eine Absicherungsmentalität gefördert. Und noch etwas stieß Schneider sauer auf: Bisher habe man Kredite nach Bonität vergeben. Jetzt müsse man auch die Nachhaltigkeit prüfen.

Kritisch sah dies auch MIT-Kreisvorsitzender Jochen Birkle, der von einer Welt sprach, in der „statt der Gretchenfrage, die Gretafrage“ gestellt werde. „Die Bewahrung der Schöpfung und Wohlstand für alle durch Leistungsgerechtigkeit und Eigentum statt Armut für alle durch Umverteilung und Bevormundung, das ist die Ur-DNA der CDU“, sagte Birkle.