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Oberbürgermeister Gert Hager ist ein lokalpolitisches Schwergewicht und in der praktischen Gemeinderatsarbeit recht oft auf einer Linie mit der CDU. Wird es den Christdemokraten gelingen, im Mai 2017 bei der OB-Wahl einen Gegenkandidaten aus der eigenen Partei zu stellen? Foto: PZ-Archiv
Oberbürgermeister Gert Hager ist ein lokalpolitisches Schwergewicht und in der praktischen Gemeinderatsarbeit recht oft auf einer Linie mit der CDU. Wird es den Christdemokraten gelingen, im Mai 2017 bei der OB-Wahl einen Gegenkandidaten aus der eigenen Partei zu stellen? Foto: PZ-Archiv
28.10.2016

Wer fordert für die CDU bei der OB-Wahl 2017 Gert Hager heraus?

Die Pforzheimer CDU hat wiederholt angekündigt, bei der Oberbürgermeister-Wahl im nächsten Mai einen Herausforderer gegen Amtsinhaber Gert Hager (SPD) ins Rennen zu schicken. Die Vorbereitungen liegen im Wesentlichen beim Kreisvorsitzenden Gunther Krichbaum, dem Stadtverbandsvorsitzenden Thomas Dörflinger und dem Vorsitzenden der Gemeinderatsfraktion, Florentin Goldmann. Öffentlich vernehmbar hat sich aber nichts getan. „Gespräche laufen“, bestätigt Krichbaum, mehr nicht. Dennoch werden in politisch interessierten Kreisen Namen gehandelt.

Umfrage

Wer soll für die CDU bei der OB-Wahl 2017 Gert Hager herausfordern?

Luca Wilhelm Prayon, Bürgermeister von Remchingen 6%
Klaus Mack, Bürgermeister von Bad Wildbad 8%
Thomas Blenke, Calwer Landtagsabgeordneter 2%
Jörg Augenstein, Pforzheimer CDU-Stadtrat 13%
Stefan Mappus, Ex-Ministerpräsident 27%
Lieber eine andere politisches Größe aus der CDU 11%
Keiner, denn Gert Hager soll OB bleiben 33%
Stimmen gesamt 1056

Die PZ hat sich hier die meistgenannten vorgenommen. Krichbaum hat für sich bereits klar abgelehnt. Dass die CDU keinen Bewerber stellt, gilt als unwahrscheinlich – es wäre eine Steilvorlage für die AfD. Von der wird ein Kandidat in ihrer Hochburg allgemein erwartet, weil sie so mit Blick auf die wenige Monate später stattfindende Bundestagswahl Boden gegen die CDU und deren wieder kandidierenden Abgeordneten Krichbaum gutmachen könnte, was die Union verhindern will. Zudem hätte die CDU somit 40 Jahre lang – bis zur OB-Wahl 2025 – keinen eigenen Bewerber ums höchste Amt der Stadt ins Rennen geschickt. Das wäre just dann ein schwerer Malus, wenn die Stelle wohl frei ist.

Aber: Hager gilt als einer, der in vielem CDU-Politik betreibt. Eine Alternative im Wahlkampf herauszuarbeiten, dürfte der Union schwerfallen, zumal die Gemeinderatsfraktion mit ihm eng kooperiert. Hauptproblem bleibt: Es gibt keinen hauseigenen Hager-Widerpart in der Pforzheimer CDU.

Möglicher CDU-Kandidat Luca Wilhelm Prayon

Der Remchinger Bürgermeister hat sieben Jahre Erfahrung als Rathaus-Chef, gilt als freundlich. Er hat es mit der früheren Remchinger Politiker-Generation nicht leicht und könnte so offen für Neues sein. Er selbst sagt: „Es überrascht mich und freut mich gleichzeitig, dass ich für Ämter genannt werde, aber es kommt überhaupt nicht in Frage.“

Möglicher CDU-Kandidat Klaus Mack

Trotz seiner jugendlichen Erscheinung ist der 43-jährige Klaus Mack, Bürgermeister der Stadt Bad Wildbad, ein erfahrener Rathaus-Chef. Gerüchten zufolge ist er eher an der Landespolitik interessiert und ist als Zweitbewerber möglicher Nachrücker des Calwer Landtagsabgeordneten Thomas Blenke (CDU). Er selbst sagt: „Das ehrt mich.“

Möglicher CDU-Kandudat Thomas Blenke

Der 56-jährige CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Blenke aus dem Wahlkreis Calw wird gelegentlich genannt. Seine Büromitarbeiterin Viktoria Schmid, Ex-Landtagsabgeordnete des Enzkreises, kennt Pforzheim bestens. Er selbst sagt: „Klares Nein. Um jegliche Spekulationen zu beenden: Ich bin mit Leib und Seele Landespolitiker.“

Möglicher CDU-Kandidat Jörg Augenstein

Der CDU-Stadtrat, Brötzinger Einzelhändler-Sprecher und Sport-Multifunktionär Jörg Augenstein hat einen hohen Bekanntheitsgrad, kennt recht genau Stadt und Politikbetrieb. Er selbst sagt: „Ich werde viel aus der Bevölkerung angesprochen, aber die Partei müsste mich ansprechen. Und ich müsste das dann mit der Partei bereden.“

Möglicher CDU-Kandidat Stefan Mappus

Der leidenschaftlich politikinteressierte Mappus hat aktuell kein politisches Amt – und wird oft genannt. Ein ehemaliger Ministerpräsident würde kaum zwei Ligen darunter Rathaus-Chef einer kleinen Großstadt werden wollen, in der er nicht nur Freunde hat. Er selbst sagt nichts dazu, war diese Woche nicht zu erreichen.

Mehr über die Vor- und Nachteile der einzelnen möglichen Kandidaten lesen Sie am Samstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

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