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Inmitten des Wohngebiets Wittum, an der Beethovenstraße, befindet sich seit 1956 die Kirche der neuapostolischen Gemeinde Eutingen. Foto: Frei
Inmitten des Wohngebiets Wittum, an der Beethovenstraße, befindet sich seit 1956 die Kirche der neuapostolischen Gemeinde Eutingen. Foto: Frei
14.01.2016

Wer kauft das Gebäude der Neuapostolischen Kirche Eutingen?

Die Zeiten, in denen die Straßen im Eutinger Wohngebiet Wittum vor allem an Sonntagvormittagen zugeparkt waren, sind längst vorbei. An der Beethovenstraße, an der oberhalb der Bahnlinie vor allem von Pforzheimern in den 1930er-Jahren in ruhiger Südlage die ersten Häuser gebaut wurden, hatte die Neuapostolische Gemeinde von der Ortsverwaltung ein Grundstück erhalten und dort 1956 eine Kirche eröffnet.

Und die steht jetzt leer, denn im Dezember fand hier der letzte Gottesdienst statt. „Es waren zuletzt nur noch 43 Mitglieder, die nun in der Kirchengemeinde Niefern zusammengeführt wurden,“ sagt deren Vorsteher Dieter Dalacker auf PZ-Nachfrage.

Die neue Kirchengemeinde Niefern zählt nun 155 Mitglieder und wird von einem Evangelisten, fünf Priestern und drei Diakonen geistlich betreut. „So entsteht durch die größere Zahl der Kirchenbesucher eine lebendige Gemeinde mit einem größeren Gemeindechor und einem vergrößerten Orchester. Beide umrahmen die Gottesdienste unserer Gemeinde. Und da durch das Zusammenlegen der beiden Kirchengemeinden die Zahl der Amtsträger, die Aufgaben übernehmen, angestiegen ist, wird sich dies in Zukunft positiv auf die Seelsorgearbeit unserer Kirche auswirken“, betonte Dalacker.

Doch was passiert mit der nicht mehr benötigten Kirche in Eutingen? „Wir werden Grundstück und Gebäude an der Beethovenstraße bewerten lassen und anschließend am Markt zum Verkauf anbieten. Davon unabhängig werden wir auch bei der Stadt Pforzheim anfragen, ob bei ihr möglicherweise ein Kaufinteresse besteht“, erklärt Susanne Raible, Sprecherin der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland in Stuttgart, zur Zukunft der Immobilie.

Als im vergangenen Jahr die Evangelisch-Methodistische Kirchengemeinde Eutingen ihre Räume an der Julius-Heydegger-Straße zum Verkauf angeboten hatte, war im Rathaus zunächst an eine Übernahme gedacht worden, um dort Flüchtlinge unterzubringen. Ehemalige Kirche, Wohn- und Versammlungsgebäude wurden dann jedoch von privater Seite erworben. Nachdem bereits die katholische Seelsorgeeinheit Eutingen, Niefern-Öschelbronn, Neulingen und Dürrn ihr zentrales Pfarrbüro in Niefern-Öschelbronn hatte, haben dort jetzt auch die Eutinger Methodisten und Neuapostolischen ihren Sitz. Während die Gemeinde der evangelisch-methodistischen Gemeinde in Eutingen auf das Jahr 1865 zurückgeht, bestand die der Neuapostolischen Kirche seit 1920. An der Waldstraße fanden die ersten Gottesdienste statt, danach (bis 1944) in einem angemieteten Lokal an der Hauptstraße, bevor es von den damaligen Machthabern beschlagnahmt wurde. Gottesdienste wurden fortan in Niefern und Pforzheim besucht.

Nach dem Krieg fand sich am Hörnleweg, später am Brömachweg wieder eine Versammlungsmöglichkeit. Durch das Entgegenkommen der Eutinger Ortsverwaltung, vor allem durch Bürgermeister Ewald Zorn, konnte die Neuapostolische Kirche schließlich ein Grundstück an der Beethovenstraße erworben und dort ihre Kirche errichten, die am 9. Juni 1956 eingeweiht wurde.