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Inspirierende Ansichten: Das „WerkSTADT“-Gespräch mit Silvia Gebel aus Stuttgart und Barbara Welzel aus Dortmund (von rechts) moderierte Claudia Baumbusch vom Kulturamt (links). Kulturamtsleiterin Isabel Greschat begrüßte die Gäste.  Molnar
Inspirierende Ansichten: Das „WerkSTADT“-Gespräch mit Silvia Gebel aus Stuttgart und Barbara Welzel aus Dortmund (von rechts) moderierte Claudia Baumbusch vom Kulturamt (links). Kulturamtsleiterin Isabel Greschat begrüßte die Gäste. Molnar
19.07.2015

WerkStadt-Gespräch befasst sich mit der Wahrnehmung der Heimat

Wie lässt sich die eigene Stadt wahrnehmen und teilen? Wem gehört das kulturelle Erbe? Welche Bedeutung hat das Kulturgut in einem Einwanderungsland? Beim „WerkSTADT“-Gespräch „Stadt erkunden, befragen, vermitteln“, das im Rahmen des Kulturfestivals „WerkSTADT“ im Lichthof des Alten Rathauses stattfand, ging es um solche Fragen.

Barbara Welzel, Professorin an der Technischen Universität Dortmund, und Silvia Gebel, Museumspädagogin im Stadtlabor Stuttgart, gaben Impulse und Einblicke in ihre Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Studierenden. Über 40 Interessierte hörten zu. „Sehnen wir uns nach einer anderen Stadt zurück“, fragte Welzel. Am Beispiel der einst wichtigen Reichs- und Hansestadt Dortmund, die wie Pforzheim stark bombardiert wurde, zeigte die Dozentin für Kunstgeschichte die Sichtweisen junger Menschen auf. Viele würden statt der Kirchen nur noch den horizontalen Blick auf die Schaufenster kennen. Dabei sei es wichtig, auch die Vertikale wahrzunehmen.

„Der Blick vom Schaufenster in die Ferne scheint eine Bildungsanforderung zu sein“, so die Referentin. In ihren Projekten mit Schülern habe sie versucht, die Bauwerke zu verstehen. „Wir müssen das kulturelle Erbe gemeinsam erfahren und die Innenstadt teilen“, forderte sie. Dies unterstrich auch Silvia Gebel, die bei Workshops oder Ferienprogrammen das Museum meist verlässt: „Die Stadt ist der Gegenstand“, sagte die Museumspädagogin. Das Stadtlabor sei Teil des Stadtmuseums Stuttgart, das 2017 eröffnet wird. Auch in Pforzheim soll es bald ein Stadtlabor geben, wie Kulturamtsleiterin Isabel Greschat sagte – im Rathauspavillon. Wichtig sei, so Gebel, die Kinder dort abzuholen, wo sie stehen und ihre Wahrnehmung zu schärfen, etwa indem sie „Häusergesichter“ fotografieren. Im Gespräch, das Kunsthistorikerin Claudia Baumbusch moderierte, wurde auch das Thema Migration angesprochen. Welzel sprach sich dafür aus, verschiedene Zugänge zu bedeutsamen Gebäuden zuzulassen.