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„Des Kaisers neue Kleider“ – interpretiert von Martha Hupfbauer (hier ihre Kommilitonen-Models) als Symbol für Selbstinszenierung, Maskierung, Fassadenhaftigkeit und Aufgeblasenheit. Und alle machen mit.  Foto: Meyer 

Werkschau einmal anders – Studierende zeigen ihre Arbeiten digital

Pforzheim. Es ist etwas über vier Monate her – Johann Stockhammer, Mode-Professor und Dekan der Fakultät für Gestaltung an der Pforzheimer Hochschule, erinnert sich genau: Am 10. März ist er beim Rektor – die dunkle Corona-Wolke ist schon bedrohlich über Deutschland aufgezogen. Tags darauf begrüßt Stockhammer die Ein-Semester des Vorstudiums „Katapult“; wieder ein Tag später: Rien ne va plus. Lockdown. Am 16. März schließlich werden 125 Kurse auf Online-Plattformen gestellt, schneller als die meisten anderen Hochschulen. Kein Präsenzunterricht mehr – kaum einer leidet darunter so sehr wie die auf Werkstätten angewiesenen Designer. Was dennoch dabei herausgekommen ist, nötigt Respekt ab – gerade für die Kreativität, die aus der Not heraus geboren werden musste. Zu sehen ist der Ausfluss des Schaffens erstmals nicht in Form der traditionellen Werkschau, an der an diesem Wochenende Hunderte von Besuchern aus nah und fern durch die Flure der Räumlichkeiten der Gestalter geschlendert und das eine oder andere gute Stück vielleicht gleich käuflich erworben hätten.

Noch nicht zu kaufen, aber vielleicht einmal als Studie zu bewundern ist beispielsweise das „Kei-Car“ von Jan Bendixen (sechstes Semester Transportation Design). Die Herausforderung: ein Auto zu entwerfen (natürlich elektrisch angetrieben), das trotz der in Japan geltenden Zulassungsvorgaben, was Größe und Maximalleistung betrifft (höchstens 64 PS), den Spaßfaktor eines Sportwagens hat. Bendixen zeigt, wie es gehen könnte. Der Clou: Die beiden Hinterräder weichen einer frei drehbaren Kugel, mit der sich herrlich driften lässt.

Werkschau HfG 30
Bildergalerie

Werkschau der Hochschule für Gestaltung

Dass Neugier auch vor der Verfremdung von Lebensmitteln nicht halt- macht, zeigt unter anderem der Schmuck-Viertsemester Lifu Zhou: Er verwendete gängige Nahrungsmittel aus der Küche wie Mehl, Mehr lesen Sie am Freitag, 24. Juli, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

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