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Streiten gemeinsam für die Aids-Aufklärung: Renate Thon, Vorsitzende der Aids-Hilfe, mit Georg Jonczyk, Leiter der Beratungsstelle.   Foto: Ketterl
Streiten gemeinsam für die Aids-Aufklärung: Renate Thon, Vorsitzende der Aids-Hilfe, mit Georg Jonczyk, Leiter der Beratungsstelle. Foto: Ketterl
18.11.2015

Wichtige Säule in der Beratungslandschaft

„Akzeptanz und Solidarität sind noch immer nicht selbstverständlich.“ So lautet das Fazit von Renate Thon, Vorsitzende der Aids-Hilfe Pforzheim, 30 Jahre nach Vereinsgründung. Bei einem Festakt im Lichthof des Rathauses erklärte sie gestern vor Gästen, dass sich noch immer Menschen nicht testen ließen aus Angst vor gesellschaftlicher Ausgrenzung. Die Beratung sei wichtiger denn je. Denn wer den Virus in sich trage, aber unverzüglich mit der Behandlung beginne, habe eine fast normale Lebenserwartung.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast nannte die Aids-Hilfe eine Erfolgsgeschichte. „War die öffentliche Debatte in den 1980er-Jahren noch von Panik, Angst und Ausgrenzung geprägt, so hat die Aids-Hilfe heute einen breiten gesellschaftlichen Rückhalt.“ Durch das Engagement vieler Helfer sei Verhütung und Sexualität kein Tabu mehr. Für Oberbürgermeister Gert Hager hat sich die Selbsthilfeinitiative zu einer wichtigen Säule in der Beratungslandschaft entwickelt. Das sei das besondere Verdienst von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen.

Landrat Karl Röckinger erkennt in seinem Grußwort zur Festschrift den rasanten Wandel in der Arbeit der Aids-Hilfe: „Heute geht es sehr oft um ein Leben mit HIV oder um Fragen der eigenen Sexualität.“ Zu Beginn seien sehr viele Menschen an dem Virus gestorben. Seit 1985 berät der Verein Betroffene und begleitet sie. Der Verein bietet außerdem jeden Freitag einen Test auf HIV an und kümmert sich auch um Sterbende. Zwei hauptamtliche Sozialarbeiter und eine Verwaltungskraft sowie viele Ehrenamtliche stehen als Ansprechpartner zur Verfügung. Im Jahr 2014 stellten die Verantwortlichen einen vermehrten Zulauf fest für das Selbsthilfeangebot Café und Frühstück für HIV-Positive und die Beratungen in Sachen sexuelle Identität.

Eine Party ist am Freitag, 20. November, im Kupferdächle geplant. Es spielt die Band „Dust Bowl Circle“. Eine Vernissage zu der Ausstellung „Positiv & Negativ“ von Janusz Czech findet am Dienstag, 1. Dezember, um 18 Uhr im Landratsamt statt. Mehr Infos auf www.ah-pforzheim.de