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07.11.2016

Wie eine frühere Erddeponie zum Naturreservat wurde

Der Kämpfelbacher Gemeindewald hat vor allem im Frühjahr und im Herbst eine besondere Naturschönheit am Rande der Gemarkung zu bieten: die ehemalige Deponie „Rothenberg“. Forstdirektor Andreas Roth nennt sie „ein Kleinod, eine vergessene Ecke auf der Kämpfelbacher Gemarkung“. Diese Fläche liegt grob beschrieben zwischen der Bundesstraße 10 im Norden und der Autobahn im Süden sowie der Kreisstraße nach Birkenfeld im Osten und dem Sperlingshof im Westen

Roth, der stellvertretende Leiter des Forstamtes Enzkreis, und Kämpfelbachs Förster Dieter Konstandin begannen dort den Waldrundgang mit dem Gemeinderat und den Jagdpächtern. Die ursprüngliche Senke war von der Stadt Pforzheim als Erddeponie gepachtet. Der Altgemeinderat und frühere Jagdpächter Werner Klingel kann sich noch erinnern, wie er mit seinem Fuhrgeschäft schon 1954/1955 dort Bauschutt abgelagert hat. Nach der Schließung der Deponie wurde sie seit 1988 rekultiviert und mit Edellaubhölzern, auch Ahorn und Wildkirschen, aufgeforstet. Konstandin berichtete, es sei dort für den Naturschutz eine Fläche in der Art einer Streuobstwiese angelegt worden – mit Wildobstsorten, die zunächst vom Obst- und Gartenbauverein den Erziehungsschnitt erhielten. Wie es sich herausstellte, wurden auch normale Obstsorten geliefert, deren Früchte geerntet werden können. Der Bauhof mäht nur einmal im Herbst, damit die Wiese nicht verbuscht und gleichzeitig die Blumen und Kräuter Zeit haben um auszusamen. Einen Spaziergang sei die Waldecke immer wert, sagen die Forstleute. Auch Bürgermeister Udo Kleiner wies auf den Erholungswert des Waldes hin, auf den der Gemeinderat bei der Aufstellung der Bewirtschaftungspläne ebenfalls großen Wert lege. Auf die gute Mischung der Holzarten und deren Alter auf der 315 Hektar großen Holzbodenfläche machte Roth ebenfalls aufmerksam. Und mit einem positiven Jahresergebnis im Forst rechnet er außerdem.