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Zu einem stattlichen Baum herangewachsen ist die im Blumenhof zur deutschen Wiedervereinigung gepflanzte „Friedenslinde“.  Foto: Frei 

Wie geht es eigentlich der Friedenslinde am Pforzheimer Blumenhof?

Prächtig entwickelt hat sich der Baum, der vor 30 Jahren im Blumenhof beim Fest zur Wiedervereinigung gepflanzt worden war. Ein PZ-Leser hatte gefragt: „Steht eigentlich die Friedenslinde im Blumenhof noch?“ Und wer vor ihr neben der Barfüßerkirche steht, dem kommt sicher das Lied „Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum“ in den Sinn. Franz Schubert hatte 1827 das von Wilhelm Müller geschriebene Gedicht vertont. Denn auch diese Pforzheimer Linde steht an einem historischen Brunnen, der sich einst auf dem Waisenhausplatz befand. Also nicht „vor dem Tore“, sondern mitten in der Stadt. Und auf einer Metallplatte ist vermerkt: „Linde (Tilia ,Pallida`) gepflanzt anlässlich der Deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 durch Herrn Oberbürgermeister Dr. Becker“. Übrigens, wie damals angemerkt wurde, „als Symbol für ein gewaltloses Zusammenleben des neuen Deutschlands mit allen Völkern der Erde.

“Mag sich bei einigen auch der Begriff „Friedenslinde“ verfestigt haben, eigentlich ist es eine „Wiedervereinigungslinde“. Wer in Pforzheim eine „Friedenslinde“ sucht wird aber dennoch fündig, obwohl manches Exemplar verschwunden ist. Eine war im Jahr 1872 von Schülern des Gymnasiums an der Einmündung der Hohenzollernstraße in die Hachelallee gepflanzt worden. Ein Gedenkstein verweist nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 „zur Erinnerung an den Friedensschluss mit Frankreich und an den 18. Januar 1871, den Tag der Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches“ hin. Verbunden mit „Seid Einig! Einig! Einig!“

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Auch in Dillweißenstein war einst aus demselben Anlass eine „Friedenslinde“ am Hämmerlesberg gepflanzt worden. Eigentlich sollte sie 2008 gefällt werden, da sie stark unter Pilzbefall litt. Ein Gutachten, das von der Stadt in Auftrag gegeben worden war, hatte geraten, den stattlichen Baum zu entfernen.

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