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06.08.2010

Wie war das nun wirklich mit den Derivaten?

Na, lange nichts mehr von Pforzheims Derivate-Geschäften gehört? Mehr als 24 Stunden? In überregionalen Medien das letzte Mal am Mittwochabend im Radio, Nachrichten, großer öffentlich-rechtlicher Sender, kein kleines privates Schuhkarton-Ding. Die Stadt Pforzheim habe vor dem Oberlandesgericht Frankfurt einen Prozess gegen die Deutsche Bank verloren. Wegen der Derivate, mit deren Hilfe die hochverschuldete Stadt Geld sparen wollte. Doch seien daraus Verluste von rund vier Millionen geworden. Nun wolle die Stadt vor den Bundesgerichtshof ziehen.

Holla. Das ging aber vogelwild über Stock und Stein der Faktenlage. Verloren hatte nicht die Stadt, sondern ihr Tochterunternehmen Stadtwerke, die ebenfalls mit Derivaten reingefallen waren. Die Stadtwerke sind zwar nicht verschuldet, dafür stimmt die Schadenshöhe. Und der Bundesgerichtshof ist fürs Pforzheimer Rathaus in weiter Ferne: Noch immer wartet die Stadt auf ein Zweitgutachten und will erst dann entscheiden, ob sie klagt. Und wenn ja, gegen wen. Denn der weitaus größte Teil des Schadens ist mit Anschlussgeschäften beim Bankhaus J.P. Morgan entstanden, nicht bei der Deutschen Bank.

Zögerlich gestaltet sich auch der Ausstieg aus den Derivaten. Viele Details sind noch offen. Als der Gemeinderat im Juli den Beschluss fasste, hieß es: schnellstmöglich. Sofort. Merke: Auch sofort kann ganz schön lange dauern. kli