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Worauf kommt es bei einem Wahlplakat an? Professor Felix Krebber gibt PZ-Redakteurin Anke Baumgärtel Einblicke. So wirke die Kombination aus Foto und inhaltlicher Botschaft am besten, wie er am Plakat der Bündnisgrünen demonstriert. Fotos: Meyer
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Wie wirkt eigentlich was? Die aktuellen Wahlplakate in der Analyse

Pforzheim. Derzeit ist die Pforzheimer Innenstadt gepflastert mit Plakaten zu Kommunal- und Europawahl. Die PZ hat einen Experten um eine Analyse gebeten: Gemeinsam mit Professor Dr. Felix Krebber von der Pforzheimer Hochschule ging es in die Fußgängerzone.

Anders als man vermuten könnte, erlebt das Wahlplakat in Zeiten personalisierter Onlinewerbung eine Renaissance. „Das Plakat ist ein demokratisches Medium“, sagt Krebber. Eine Botschaft haben alle gemeinsam: Es ist Wahl! Die Wirkung indes ist völlig verschieden.

„Kandidatenplakate sind am unbeliebtesten“, weiß der 33-Jährige. Dass sie den geringsten Nutzwert haben, belegten aktuelle Studien. Am besten geeignet sei die Verbindung aus Bild und Text, wie sie etwa die Bündnisgrünen nutzen.

Worum geht es hier eigentlich? Wichtig sei es, sich mit einem kommunalpolitischen Thema von den anderen Listen abzugrenzen – und eine klare Aussage zu treffen. Hier greift der 33-Jährige die FDP heraus, die auf ihren Plakaten die Bäderkrise in den Mittelpunkt stellt – samt Badeente. Doch nicht jede Botschaft kommt an. So will die SPD die Stadt „schöner, sicherer, sozialer“ machen. Wer könne da etwas dagegen haben? Eine klare Aussage indes bleibt aus. Andere üben den völligen Verzicht: „Die CDU kommt – zumindest was die Wahlplakate angeht – ohne Inhalt aus“, sagt Krebber augenzwinkernd. Was ihn generell wundert: Innenstadt-Ost kommt gar nicht vor.

Mit Köpfchen: SPD und „Wir in Pforzheim“ zeigen gleich mehrere Personen. Etwas, das auf lokaler Ebene funktioniere, findet Krebber. Es zeige die Vielfalt der Kandidaten und ermögliche es, erkannt zu werden. Allerdings müsse vorher klar sein, wo hinterher noch Platz für den Text ist. Von „gekaufter Prominenz“ spricht

Ganz schön (un)kreativ: Bei der Gestaltung wird der Professor deutlich: „Manche Plakate hätte ein Gestaltungsstudent im ersten Semester besser gemacht.“

Die Junge Liste verbindet Inhalt und Ort wie hier nahe dem Schloßpark.

Setzt ein konkretes Thema: die FDP.

Ganz ohne Bild kommt Die Linke aus.

Die CDU setzt auf Gesichter, statt auf Inhalte. Kandidatenplakate allein sind beim Bürger allerdings eher unbeliebt. Bei der SPD sei derweil die Gestaltung unglücklich.

Welche weiteren Faktoren ein gutes Wahlplakat ausmachen, lesen Sie am Samstag, 4. Mai, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

Die Wahlplakate in der Pforzheimer City...
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