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Bei den Spielstationen der St.-Georg-Pfadfinder im Wildpark hatten Flüchtlings- und Pfadfinderfamilien gemeinsam Spaß, wie Rijon (neun Jahre) beim Apfeltauchen zeigt. Foto: Tilo Keller
Bei den Spielstationen der St.-Georg-Pfadfinder im Wildpark hatten Flüchtlings- und Pfadfinderfamilien gemeinsam Spaß, wie Rijon (neun Jahre) beim Apfeltauchen zeigt. Foto: Tilo Keller
14.09.2015

Wildpark wird zum Begegnungsort für Pfadfinder- und Flüchtlingsfamilien

Pforzheim. „Kinder und Tiere sind absolute Eisbrecher“, das hat Isabel Brandhorst von der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg festgestellt. Diese hat unter dem Motto „Gastfreundschaft für Menschen auf der Flucht“ einen Familientag im Wildpark organisiert, zu dem Pfadfinder mit deren Familien sowie Flüchtlinge aus dem Eutinger Talweg eingeladen waren. „Wir haben uns vorgenommen, das Thema nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch aufzugreifen“, erklärte Franziskus Hauth, Vorstand der St.-Georg-Stämme.

Mithilfe der Diakonie wurde der Kontakt zu den Bewohnern im Eutinger Tal hergestellt. Am Sonntag waren dann tatsächlich 22 Flüchtlinge, die überwiegend aus dem Kosovo stammen, dabei. Zusammen mit den Pfadfinderfamilien machten sie sich in kleinen gemischten Gruppen auf, um an sechs Spielstationen verschiedene Geschicklichkeitsaufgaben zu lösen. „Man sieht im Fernsehen immer junge Männer auf den Schienen laufen, die die Hölle hinter sich haben. Aber es sind ganz normale Familien“, berichtete Brandhorst über die Fragen, die sich die Organisatoren im Vorfeld gestellt hatten. „Wir wussten zunächst nicht, ob wir vielleicht Übersetzer brauchen“, berichtete sie weiter. „Meist übersetzten die Kinder für ihre Eltern, das ist echt witzig“, stellte Hauth fest.

Außerdem konnten bei den Aufgaben wie Apfelschnappen im Wasserbecken oder beim Wettstapeln von Schraubenmuttern Sprachbarrieren geschickt umgangen werden. Im Zweifelsfall wurde mit Händen und Füßen gestikuliert oder mit ein bisschen Pantomime nachgeholfen. Fröhliches Lachen hört sich sowieso in allen Sprachen gleich an. Zum gemütlichen Abschluss luden die St.-Georg-Pfadfinder die rund 60 Teilnehmer noch zum gemeinsamen Grillen ein.