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26.04.2010

Wilferdinger Höhe bleibt im Blickfeld der Polizei

PFORZHEIM. Es gab Zeiten, da krachte es gewaltig auf der Wilferdinger Höhe. Kein Wochenende ohne Schlägerei, ohne gebrochene Nasen, ohne Randale und ohne Spuren der Zerstörung vom Gewerbegebiet bis hinab in die Wohnviertel. Jetzt ist es - auch dank zahlloser Überstunden vieler Polizisten - merklich ruhiger geworden. Und trotzdem: Die Pforzheimer Polizei hat weiterhin die Wilferdinger Höhe im Blickfeld. Die Ordnungshüter wollen rund um die Diskotheken des Industriegebietes Präsenz zeigen, auch mitten in der Nacht.

Das erklärte Polizeisprecher Wolfgang Schick gegenüber PZ-news. Die Anwohner nicht nur direkt auf der Wilferdinger Höhe, sondern auch entlang der Straßen hinunter in die Stadt werden das gerne hören. Nicht selten kam es früher an den Wochenenden vor, dass zum Beispiel an einer Straße vom Gewerbegebiet herunter in die Stadt an Autos reihenweise Außenspiegel abgetreten wurden. Lärm, Müll, Vandalismus - das ist nicht ausgestanden, aber es ist weniger geworden.

Nachdem es längere Zeit relativ ruhig gewesen war, kam es jedoch vor zwei Wochen vor einer Disko zu einer Massenschlägerei zwischen rund 15 Beteiligten. Ein Einzelfall, hofft Wolfgang Schick. Die Schlägerei um 5 Uhr früh hatte es in sich: Um die Kontrahenten zu trennen, musste die Polizei aufgrund heftiger Gegenwehr Pfefferspray einsetzen. Die Störenfriede wehrten sich mit Fußtritten; einer versuchte, einen Kopfstoß gegen einen Beamten anzubringen. Schließlich waren zehn Streifenwagen vor Ort, drei Randalierer wurden in Gewahrsam genommen.

Bisher ist unklar, aus welchem Grund die etwa 20-Jährigen aggressiv wurden. Rassismus scheint nicht im Spiel gewesen zu sein. Die Beamten vermuten, dass Alkoholeinfluss und die allgemeine Gewaltbereitschaft Jugendlicher der Auslöser des Streites war.

Stadtverwaltung und Polizei haben der Randale gemeinsam den Kampf angesagt. Unter anderem wurde mit den Tankstellen-Betreibern gesprochen, damit sich Jugendliche dort nicht mit Hochprozentigem eindecken können.

Mittlerweile macht allerdings ein anderer Stadtteil der Polizei vermehrt Sorgen: In der Nordstadt kommt es immer häufiger zu Problemen mit jugendlichen Gewalttätern. Hier gab es unter anderem Angriffe mit rassistischem Hintergrund. In der Regel spielt auch Alkoholeinfluss eine Rolle. Polizei, Stadt und Sozialverbände haben deshalb in der Nordstadt gemeinsame Projekte initiiert. So werden De-Eskalationskurse angeboten, Hilfen bei der Integration in Sportvereine und Angebote zur sinnvollen Freizeitgestaltung. „Wir erhoffen uns davon eine Verbesserung“, gibt sich Polizeisprecher Wolfgang Schick zuversichtlich. Jürgen Th.Müller