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Im Büchenbronner Wald setzen Forstarbeiter seit Montag die Motorsägen an, um entlang der Waldwege Platz zu schaffen für die Tieflader, auf denen die Windräder transportiert werden sollen.
Im Büchenbronner Wald setzen Forstarbeiter seit Montag die Motorsägen an, um entlang der Waldwege Platz zu schaffen für die Tieflader, auf denen die Windräder transportiert werden sollen.
19.02.2016

Windkraftgegner werfen Stadt „Frevel“ im Wald vor

Pforzheim/Enzkreis. Die Bürgerinitiativen „Abstand zur Windkraft“ aus Büchenbronn, Engelsbrand und Langenbrand rügen in einer Pressemitteilung energisch das Vorgehen der Stadtverwaltung Pforzheim, die ohne eine rechtskräftige Genehmigung für den Bau von Windkraftanlagen die Abholzung von zwei Hektar Erholungswald im Landschaftsschutzgebiet auf der Büchenbronner Höhe erlaubt habe.

„Nacht-und-Nebelaktion“

Sowohl der zeitliche als auch der juristische Ablauf erweckten den Eindruck einer „willkürlichen Nacht-und-Nebelaktion“ der Verwaltung und störten das Rechtsstaatsempfinden vieler Mitbürger. Jedes sonstige Vornehmen von Waldarbeiten, von Straßensperrungen oder sonstigen Einschränkungen würden Wochen vorher angekündigt, während hier die Arbeiten bereits angelaufen seien, ehe überhaupt eine Pressemitteilung der Stadt dazu erfolgte. Am Freitag vergangener Woche hatte das Regierungspräsidium Freiburg die Stadt Pforzheim aufgefordert, Rodungsarbeiten vornehmen zu lassen, um mit dem überirdischen Abholzen vor der Vegetationsperiode am 29. Februar fertig zu sein (die PZ berichtete).

Die Stadtverwaltung selbst räume in aller Klarheit ein, dass bisher weder eine Baugenehmigung noch eine Genehmigung zur Umwandlung des Waldes in Industrieflächen besteht. Beides sei lediglich in Aussicht gestellt. Da insbesondere die immissionsrechtliche Genehmigung angefochten werden könne und auch mit guten Gründen und mit hoher Wahrscheinlichkeit angefochten werde, könne von einer rechtskräftigen Genehmigung noch lange nicht die Rede sein. Mit welcher Berechtigung, so die Windkraftgegner, wolle die Stadtverwaltung zukünftig einen privaten Häuslebauer an seinem Vorhaben hindern, der mitteile, dass er im Vorgriff auf die zu erwartende Baugenehmigung bereits seine Baugrube ausgehoben und seinen Keller betoniert habe?

Sprecher Thomas Frey (Büchenbronn): „Leider sind in unserem Land keine Rechtsmittel vorgesehen, mit denen die Bürgerinitiativen diese sinnlose und naturzerstörerische Waldabholzung verhindern können.“ pm/ol

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