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16.11.2015

Wir sind stärker als der Terror

So nah war uns der Terror wohl noch nie. Millionen von Fußballfans erleben im Fernsehen, wie zwei Bomben explodieren. Was danach in Paris passiert, lässt nur eine Erkenntnis zu: Diese Terrorserie ist ein Anschlag auf die westliche Wertegemeinschaft und unsere Art zu leben. Insofern trifft uns dieses Massaker ins Herz.

Zumal die Botschaft der Terroristen perfider nicht sein kann: „Wir sind überall dort, wo Ihr auch seid!“ Selbst ein hochgerüstetes Land wie Frankreich, selbst ein Hochsicherheitsevent wie ein Fußball-Länderspiel mit Tausenden Sicherheitskräften hält sie nicht davon ab, so konzertiert zuzuschlagen.

Das macht Angst. Die Frage nach den Ursachen für diesen Terror lässt sich derzeit nicht eindeutig beantworten. Erklärungsversuche gibt es dagegen zuhauf. So zum Beispiel die offenbar neue Strategie des IS, dass aufgrund ausbleibender militärischer Erfolge in Nahost der Krieg nun nach Europa getragen wird. Eine der Ursachen ist auch darin zu suchen, dass Frankreich seit Jahrzehnten darin versagt, die Millionen Menschen arabischer und afrikanischer Herkunft zu integrieren. In den Ghettos von Paris, Marseille oder Toulouse entsteht der Hass auf den Staat und die westlichen Werte.

Gleichzeitig muss der Blick aber auch auf die europäische Flüchtlingspolitik gerichtet werden. Einer der Attentäter reiste über Griechenland als Flüchtling nach Europa ein. In jedem Flüchtling nun eine tickende Zeitbombe zu sehen, wäre fatal. Aber die Tatsache, dass die Bundesregierung diese Woche eingeräumt hat, dass etwa ein Drittel der Flüchtlinge sich unregistriert in Deutschland aufhält, beschädigt das Sicherheitsgefühl nach dem Inferno von Paris massiv. Wenn nicht jetzt von behördlicher Seite entsprechend gehandelt wird, wann dann?

Letztlich geht es auch um den Islam. Die Muslime unter Generalverdacht zu stellen, entbehrt jeder Grundlage. Aber natürlich gründet sich der Fanatismus sowie die menschenverachtende Gesinnung des IS und anderer extremistischer Muslime auf dem Koran. Diese Keimzellen des Hasses zu zerstören, gelingt nur den Muslimen selbst. Wann endlich wird unterbunden, dass in Moscheen gegen westliche Werte, die christlich-jüdische Kultur und gegen Demokratie gehetzt wird? Wann ist der Islam bereit, sich von menschenverachtenden Denkstrukturen zu befreien? Gelingt dies, wird auch dem Terror der Nährboden entzogen.

Bis dahin aber dürfen wir uns trotz des Schmerzes und der Wut über diesen Terror nicht einschüchtern lassen. Insofern wäre die Absage des Länderspiels zwischen Deutschland und den Niederlanden das komplett falsche Signal an diese Barbaren gewesen. Feiern, wenn es uns zum Feiern zumute ist. Leben und leben lassen, wann immer uns danach ist. Daran zu zweifeln, käme einer Kapitulation vor dem IS gleich. Oder wie es Angela Merkel formulierte: „Unser freies Leben ist stärker als jeder Terror!“

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