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Links von der A 8 leiden Eutinger unter dem Autobahnlärm, rechts davon die Nieferner. Eine Einhausung des Aufstiegs in Richtung Pforzheim-Nord (rechts unten die Anschlussstelle Pforzheim-Ost) soll den Lärmpegel entscheidend senken.  Foto: Meyer 

Wo sich der dringend notwendige A8-Lärmschutz mit der Verkehrssicherheit beißt

Pforzheim. „Die Verkehrsmengen und insbesondere der hohe Anteil an Schwerverkehr, die mangelhafte Trassierung und die fehlenden Standstreifen“ sowie „die Steigungs- beziehungsweise Gefällestrecke mit sieben Prozent vor und nach der Anschlussstelle Pforzheim-Ost“, so heißt es auf der Webseite des Regierungspräsidiums Karlsruhe (RP), würden der A8 im zweispurigen Bereich „eine hohe Unfallhäufigkeit“ bescheren. Ähnlich war es vor Jahren in der Nöttinger Senke. Eine Brücke ließ die Berg- und Talstrecke verschwinden. Seitdem fließt der Verkehr auf drei Spuren auf einer Ebene problemlos.

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Die A8 im Enztal erwartet den Ausbau

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Unfallschwerpunkt A8 bei Pforzheim-Ost

Für eine Brücke hat es bei der Enztalquerung nicht gereicht, wohl aber werde beim sechsspurigen A8-Ausbau das Gelände so gestaltet, dass Steigung und Gefälle reduziert werden. „Aus verkehrspolizeilicher Sicht wäre eine niveau-angepasste Autobahn sicherlich begrüßenswerte“, sagt Polizeihauptkommissar Axel Büchner, Referent des Sachbereichs Verkehr im Führungs- und Einsatzstab des Polizeipräsidiums Pforzheim. Die Polizei habe im Vorfeld der Planungen für den Ausbau an dieser Stelle eine A8-Brücke übers Enztal als sicherste Lösung favorisiert, doch seien die Autobahnbauer dem nicht gefolgt, hatte 2017 Erster Polizeihauptkommissar Joachim Zwirner, Leiter Sachbereich Verkehr im Polizeipräsidium Karlsruhe, gegenüber PZ-news erklärt.

„Zentrales Element der Planung ist die Errichtung einer 380 Meter langen Lärmschutzeinhausung im Bereich Niefern-Vorort und Eutingen“, so das RP zur Verringerung des A8-Lärms. Anwohner hatten vehement Lärmschutzmaßnahmen gefordert. Diese Einhausung, quasi eine Art Tunnellösung, sieht Büchner „eher kritisch“. Gefälle im Tunnel und Streckenführung seien Probleme, aber schwerwiegender sei die Südost-Nordwest-Ausrichtung, was zum Beispiel zu überraschenden Blendeffekten bei tiefstehender Sonne führen könne – inklusive schreckhafter Reaktionen der Fahrer. „Ich hoffe, dass ich mit meiner Einschätzung nicht richtig liege“, sagt Büchner.

Thomas Kurtz

Thomas Kurtz

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