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Die Initiatoren: Hasan Akbaba (alevitische Gemeinde), Wahab Ghumon (Ahmadiyya), Gerhard Heinzmann (evangelische Kirche), Rabbiner Michael Jaakov Bar-Lev, Dekan Bernhard Ihle (katholische Kirche), Oberbürgermeister Peter Boch und Rami Suliman, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde (von links). Foto: Tilo Keller
Die Initiatoren: Hasan Akbaba (alevitische Gemeinde), Wahab Ghumon (Ahmadiyya), Gerhard Heinzmann (evangelische Kirche), Rabbiner Michael Jaakov Bar-Lev, Dekan Bernhard Ihle (katholische Kirche), Oberbürgermeister Peter Boch und Rami Suliman, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde (von links). Foto: Tilo Keller
Der Schülerchor des Hilda-Gymnasiums eröffnete die Woche der Brüderlichkeit mit Liedgut verschiedener Religionen. Die Schule engagiert sich auch mit einer Ausstellung über den Islam an dem Format. Foto: Tilo Keller
Der Schülerchor des Hilda-Gymnasiums eröffnete die Woche der Brüderlichkeit mit Liedgut verschiedener Religionen. Die Schule engagiert sich auch mit einer Ausstellung über den Islam an dem Format. Foto: Tilo Keller
11.03.2018

Woche der Brüderlichkeit gestartet: Gemeinsam für ein friedliches Miteinander

Pforzheim. Der Auftakt der Woche der Brüderlichkeit im Reuchlinhaus glich einer Kampfansage: Jene, die versuchen, Furcht und Zwietracht zwischen den Kulturen zu säen, dürfen nicht siegen. Entsprechend hätte das diesjährige Motto „Angst überwinden – Brücken bauen“ des seit 1952 bestehenden Formats nicht passender gewählt sein können. „Angst ist das Gegenteil von Freiheit, Angst ist Gift für eine freiheitliche Gesellschaft wie die unsrige“, eröffnete OB Peter Boch den Reigen der Plädoyers für das gegenseitige Kennenlernen, um eben jene Ängste vor dem Fremden abzubauen.

Noch deutlichere Worte fand Rami Suliman, Vorsitzender der jüdische Gemeinde: „Die AfD versucht uns Juden gegen die Muslime zu nutzen – das wird nicht gelingen.“ Dass es im Jahr 2018 noch eines Antisemitismus-Beauftragten im baden-württembergischen Landtag bedürfe, sei ein trauriges Zeichen, so Suliman. Daher sei es umso wichtiger, ungeachtet von Religion und Herkunft, zusammenzustehen, um die Grundwerte der Demokratie zu verteidigen.

Hasan Akbaba von der alevitischen Gemeinde erklärte in seinem Grußwort, dass die Aleviten in diesem Kampf an vorderster Front neben den Juden stehen würden. Gerhard Friedrich Heinzmann von der evangelischen Kirche nahm den politischen Faden auf und ermahnte dazu, sich nicht von der Angst dominieren zu lassen, um nicht „verführbar“ und somit zum Spielball für jene zu werden, die die Ängste der Menschen für ihre Zwecke instrumentalisierten. „Fürchtet euch nicht“, zitierte der Geistliche aus der Bibel und rief dazu auf, die Woche der Brüderlichkeit zu nutzen, um Ängste abzubauen.

Sein Kollege von der katholischen Kirche, Dekan Bernhard Ihle, erinnerte an den gestern verstorbenen Mainzer Kardinal Karl Lehmann, der sich immer wieder für die Ökumene stark gemacht hatte und somit Brücken zwischen den Christen schlug. „Es ist wichtig, dass wir miteinander reden und ein Stück Leben teilen“, so der Dekan. Er forderte dazu auf, jeden Tag zu nutzen, um mit dem Fremden in Kontakt zu treten und so selbst zum Brückenbauer für eine friedlichere Zukunft zu werden. Wahab Ghumon von der Ahmadiyya Muslim Jamaat erklärte, dass Religionen beim Ringen um den Frieden eine Schlüsselrolle einnehmen könnten, da sie die Menschen zusammenführten.

Den Grußworten schlossen sich Friedensgebete aller Religionsgemeinschaften an. Umrahmt wurde die Eröffnung mit musikalischen Beiträgen des Hilda-Gymnasiums sowie der Alevitischen Gemeinde.

Die Veranstaltungen

Montag, 12. März

„Die Bürgermeisterin von Lampedusa“: Theater-Aufführung, Jüdische Gemeinde, Emilienstraße 20–22, 19 Uhr.

Dienstag, 13. März

„Religionen der Liebe?“: Vortrag von Professor Bernhard Uhde, Kulturhaus Osterfeld, 19 Uhr.

Mittwoch, 14. März

„Marc Chagall“: Vortrag von Rabbiner Joel Berger, Gemeindesaal der jüdischen Gemeinde, 19 Uhr.

Donnerstag, 15. März

Busrundfahrt: mit Denkmalpfleger Christoph Timm, Start am CCP, 15.30 bis 17.30 Uhr, Anmeldung unter (0 72 31) 39 37 79.

„Die Unsichtbaren“ – Film im Kommunalen Kino, 19 Uhr.

Freitag, 16. März

„Setzen Sie ein Zeichen für Verständigung“: Citykirche, Bahnhofstraße 26, 11 bis 16 Uhr.

Tag der offenen Tür: Saal der alevitischen Gemeinde, Sägewerkstraße 1–5, 15 bis 18 Uhr.

Offener Gottesdienst: Synagoge der jüdischen Gemeinde, Anmeldung per E-Mail an info@jgpf.de

Samstag, 17. März

„Johannes Reuchlin – Der Brückenbauer“: Führung durchs Reuchlin-Museum mit Gerhard Heinzmann, 15 Uhr.

Tag der offenen Tür: Ahmadiyya-Gemeinde, 17 bis 21 Uhr, Vortrag des Bundesvorsitzenden Abdullah Uwe Wagishauser, 19 Uhr, Hirschenäckerstraße 4.

Sonntag, 18. März

Ökumenischer Gottesdienst: Auferstehungskirche, 10 Uhr.

nanos
12.03.2018
Woche der Brüderlichkeit gestartet: Gemeinsam für ein friedliches Miteinander

Auszug aus einem Interview mit Michael Wolffssohn, der auch sehr deutliche Worte findet NZZ: Die deutsche Kriminalstatistik hat vergangenes Jahr knapp 1500 antisemitische Straftaten erfasst. 90 Prozent sollen Rechtsradikale verübt haben. Wolffsohn: Dieses Bild ist völlig verzerrt. Viele Vorfälle landen unter dem Stichwort «Israel-Palästina-Konflikt» in einer anderen Statistik, der für politisch motivierte Kriminalität. Freundlich formuliert, könnte man von Verschleierung sprechen. NZZ: ...... mehr...

Anais
12.03.2018
Woche der Brüderlichkeit gestartet: Gemeinsam für ein friedliches Miteinander

Ein schöner Beitrag zur Woche der Brüderlichkeit. mehr...

echolot
12.03.2018
Woche der Brüderlichkeit gestartet: Gemeinsam für ein friedliches Miteinander

[QUOTE=Anais;297219]Ein schöner Beitrag zur Woche der Brüderlichkeit.[/QUOTE] Wäre Ihnen eine Woche der Schwesterlichkeit lieber? mehr...

Anais
12.03.2018
Woche der Brüderlichkeit gestartet: Gemeinsam für ein friedliches Miteinander

[QUOTE=echolot;297228]Wäre Ihnen eine Woche der Schwesterlichkeit lieber?[/QUOTE] Keineswegs. Mir wäre lieber, wenn solch verbindende Aktionen nicht sofort für aufwiegelnde und trennende Kommentare genutzt würden. mehr...