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Wasser ist nicht gleich Wasser: Das machte Bernd Seiler den Gästen bei der Führung durchs Wasserwerk deutlich. Foto: Roller
Wasser ist nicht gleich Wasser: Das machte Bernd Seiler den Gästen bei der Führung durchs Wasserwerk deutlich. Foto: Roller
12.10.2015

Woher das Wasser kommt

Wer schon immer einmal wissen wollte, wie es im Inneren eines Wasserwerks aussieht, konnte dies am Sonntag erfahren. Für ein paar Stunden hatte das Wasserwerk Friedrichsberg seine Tore für wissensdurstige Besucher geöffnet. Die Mitarbeiter zeigten, was alles geschehen muss, bevor das Trinkwasser aus dem heimischen Wasserhahn sprudeln kann.

„Wasser ist ständig in Bewegung“, erklärte Alexander Freygang, der bei den Stadtwerken die Wasserproduktion leitet. Um die öffentliche Wasserversorgung sicherzustellen, greife man in Deutschland in erster Linie auf Grundwasser zurück, das teilweise tief aus dem Boden komme. Bevor es als Trinkwasser beim Endverbraucher landet, ist eine mühevolle Aufbereitung nötig. Im zurückliegenden Jahr hat jeder Deutsche rund 120 Liter am Tag verbraucht. Getrunken wird davon nur sehr wenig. Das meiste Wasser geht fürs Duschen und Baden den Abfluss hinunter und 27 Prozent werden jeden Tag durchs Klo gespült.

„Die Herausforderung liegt aber nicht in der Menge, sondern darin, immer eine hohe Qualität zu liefern“, sagte Freygang. Damit die Qualität immer gleich bleibt, sind im Wasserwerk Friedrichsberg riesige Filteranlagen fast rund um die Uhr in Betrieb. In dem 1899 erbauten denkmalgeschützten Klinkerbau wird Enzauenwasser und Wasser aus dem Bodensee aufbereitet. Diese Mischung sei nötig, weil das Enzauenwasser alleine zu hart wäre, erklärte Freygang. Hartes Wasser enthalte viel Magnesium und Calcium, die sich als Kalk überall ablagern können. Momentan sei man aber dabei, eine neue Aufbereitungstechnik zu installieren, mit der man in Zukunft unabhängig vom Bodenseewasser werden kann: Eine Pilotanlage zur Ultrafiltration und Umkehrosmose steht bereits. Die neuartige Filteranlage ist dazu in der Lage, selbst kleinste Partikel aus dem Rohwasser zu lösen, die Anlage zur Umkehrosmose sorgt für eine Enthärtung des Wassers. Aktuell wolle man im kleinen Rahmen herausfinden, wie effizient die neue Anlage arbeitet, bevor das Ganze in einer neuen Halle aufgebaut wird.

Beim Rundgang durch die meterhohen Hallen des Wasserwerks zeigte Wassermeister Bernd Seiler die leistungsstarken Pumpen und informierte über Filter- und Entsäuerungsanlagen. Er versetzte die Besucher mit den Ausmaßen des Wasserbehälters in Staunen: Rund fünf Millionen Liter Wasser lagern hier in einem sieben Meter tiefen Becken.