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29.09.2015

Wohnungsprostitution: Eigentümer dürfen Riegel vorschieben

Pforzheim. Erfolgreich hat sich die Eigentümergemeinschaft in einem Mehrfamilienhaus in der Pforzheimer Nordoststadt dagegen gewehrt, dass einer der Eigentümer seine Wohnung an einen Interessenten verkauft, der die bereits jetzt praktizierte Wohnungsprostitution zementiert hätte. Bereits im Jahr 2013 hatte das Pforzheimer Amtsgericht die Klage des Eigentümers gegen die Untersagung des Verkaufs zurückgewiesen, und in der vergangenen Woche schloss sich das Landgericht Karlsruhe der ersten Instanz an. Der Kläger – ein Mann aus Neuenbürg – zog die Berufung zurück. Damit ist das Urteil rechtskräftig.

Nun hat die Eigentümergemeinschaft Blut geleckt – und will ihrerseits mit einer Klage gegen die Ausübung der Wohnungsprostitution vorgehen. Denn Bitten um das Beenden des „ältesten Gewerbes der Welt“ in dem Mehrfamilienhaus verhallten stets ungehört. „Die Verhinderung des Verkaufs war ein erster Schritt“, sagt Robert Drotleff von der Pforzheimer Kanzlei Nonnenmacher & Drotleff, die die Interessen der Eigentümergemeinschaft vertritt – jetzt sollen Unterlassungsklagen die Prostitutionsausübung im Haus komplett unterbinden. Was die „milieubedingten Begleiterscheinungen“ (Drotleff) betrifft, hatte sich bereits das Amtsgericht voll auf die Seite der Eigentümergemeinschaft gestellt: Es komme im Anwesen seit Jahren regelmäßig zu Polizeieinsätzen, so Amtsrichter Michael Terhorst Ende 2013. Das Anwesen sei „durch massive Störungen des Milieus beeinträchtigt“. Die Wohnungen seien wegen der Prostitutionsausübung mehr und mehr unverkäuflich – was zu erheblichen Wertminderungen führe. Mehr lesen Sie am Mittwoch in der „Pforzheimer Zeitung“