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Mit Greifzangen und Müllsäcken beteiligen sich Bürger, Gruppierungen und die Verwaltung am Müllsammeln.  Foto: Wießler 

World Cleanup Day: Pforzheimer sammeln Müll

Pforzheim. Abfall in der Innenstadt zu reduzieren, gehört zu den Aufgaben der Abteilung Entsorgungsservice Pforzheim. Aus diesem Grund wird ab Anfang 2022 in Pforzheim die Gelbe Tonne eingeführt. Sie löst den Gelben Sack als Entsorgungsweg für Leichtverpackungen ab. Plastik, Metall und sogenannte Verbundstoffe landen so nicht mehr in der Tüte, sondern in der Tonne. Für deren Leerung sorgt dann ein Mannheimer Entsorgungsunternehmen. Das teilte Jürgen Förschler, Leiter der Technischen Dienste, am Samstag im Zuge des World Cleanup Days mit.

„Wir wollen damit das Pro-blem der wegen Überfüllung aufgeplatzten oder von Ratten angenagten Säcke aus der Welt schaffen“, sagte er. Auch herrenlose Müllbeutel werde es nicht mehr geben. Denn alle Tonnen seien gechipt. „So können wir genau nachverfolgen, welcher Behälter wohin gehört und ob er mit dem „richtigen Abfall gefüllt ist“, erklärte Förschler. Falls nicht, können Ermahnungen inklusive Zusatzkosten auf den Besitzer zukommen, warnte der Fachmann. Zudem sollen die Tonnen im 14-tägigen Rhythmus geleert werden. Bisher wurden die Säcke alle vier Wochen abgeholt. „Die gelben Tonnen machen unterm Strich unsere Straßen sauberer“, fasste Michael von Rüden, Sachgebietsleiter des Entsorgungsservices, zusammen.

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"World Cleanup Day": Ehrenamtliche befreien Pforzheim von Müll

In den kommenden Wochen werden die Pforzheimer per Post über die Neuerung informiert. Und es werden die ersten Haushalte mit den neuen Behältnissen ausgestattet. Jeder Bedarfsgemeinschaft kann ab Oktober bei der Firma Knettenbrech + Gurdulic kostenfrei Tonnen bestellen. „Fünf Omas können sich zum Beispiel eine 120-Liter-Tonne teilen. Die 240-Liter-Tonnen sind für mehrere Familien geeignet“, so Förschler. Man rechne mit circa 15 Liter Abfall pro Kopf in der Woche. Sollten manche Haushalte keinen Platz haben, eine weitere Tonne etwa in den Hinterhof zu stellen, beraten die Mitarbeiter auch vor Ort.

Ein weiteres Ärgernis wie achtlos weggeschnippte Zigarettenkippen sollte am Samstag bei einer Putzaktion sofort in Angriff genommen werden. „Mit unserer Beteiligung am World Cleanup Day setzen wir ein Zeichen“, sagte Oberbürgermeister Peter Boch, „dass wir gemeinsam für eine saubere Stadt einstehen wollen.“ Ziel sei es, vor Ort Aufmerksamkeit für das globale Müllproblem zu schaffen. Dafür säuberten an diesem Tag Millionen von Menschen in 160 Ländern Straßen, Parks, Strände, Wälder und Flussufer von Abfall. Auch die Mitarbeiter der Technischen Dienste, des Amts für Umweltschutz und des Vermessungs- und Liegenschaftsamts sowie Bürger, darunter Gruppierungen wie Greenpeace oder Sea Shepherd, gingen aktiv gegen den Dreck vor.

Ausgerüstet mit Greifzangen, Handschuhen und Müllsäcken machten sich die Freiwilligen daran, das Ufer der Enz von Unrat zu befreien. Stefanie Klink von Sea Shepherd wunderte sich, „was in den Köpfen der Leute nicht stimmt. Wir finden oft Kippen oder Zigarettenschachteln, die direkt neben die Mülleimer geworfen wurden.“ Sie und die anderen Sammler schleppen nach vier Stunden prall gefüllte Tüten zur Müllmulde beim Marktplatz. Sogar ein Bürostuhl und ein Fahrradrahmen waren dabei.