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Wünsche zum Weihnachtsfest 1945 oft nur warmes Zimmer und etwas zu essen.
Wünsche zum Weihnachtsfest 1945 oft nur warmes Zimmer und etwas zu essen © Stadtarchiv
23.12.2010

Wünsche zum Weihnachtsfest 1945 oft nur warmes Zimmer und etwas zu essen

PFORZHEIM. An Heiligabend 1945 ist erstmals nach sechs Jahren kein Krieg. Im Jahr zuvor waren 90 Tote zu beklagen, als am frühen Nachmittag Bomben auf die Südstadt und das Sedanviertel sowie Teile der Nordstadt fielen. Auch der Saalbau und die Goldschmiedeschule, die als Notunterkünfte dienten, wurden getroffen.

Am ersten Weihnachtstag wurden durch Jagdflieger einzelne Ziele beim Messplatz und dem Bahnhof, auf dem Sonnenberg und in Dillweißenstein attackiert. Daran erinnerten sich natürlich die Pforzheimer bei der ersten Friedensweihnacht seit langem. Auch daran, dass trotz der Kriegsjahre, trotz vieler Entbehrungen und großem Leid, die schon zuvor zu beklagen waren, geschmückte Christbäume auf Pforzheims Plätzen und in den Kirchen ein wenig Ablenkung in den Alltag gebracht hatten. Und dass dies den meisten Menschen zumindest zu Hause im Kreise der Familie, von Freunden und Bekannten, die Herzen etwas erwärmen können. Das Jahr 1945 hatte jedoch - vor allem durch den verheerende Luftangriff am Abend des 23. Februar mit über 17 000 Toten - tiefe Wunden in die Seelen der Menschen gerissen, Diese konnte auch ein Weihnachtsfest in Frieden nicht heilen, bei dem Pforzheim weitgehend in Schutt und Asche lag und kein festliches Glockengeläut über der Ruinenstadt zu hören war.