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Andrea Wauer-Höflich freut sich auf die Arbeit in Würm. Foto: Falk
Andrea Wauer-Höflich freut sich auf die Arbeit in Würm. Foto: Falk
10.09.2017

Würm hat wieder eine Pfarrerin: Andrea Wauer-Höflich ist die Neue auf der Kanzel

Pforzheim-Würm. Im fünften Buch Mose, Altes Testament, wird Josua zum Nachfolger Moses ernannt. Vor ihm steht die Aufgabe, sein Volk über den Jordan ins gelobte Land zu führen. Für Josua sei das damals ein Neustart gewesen, sagte die evangelische Dekanin Christiane Quincke. Vor einem Neustart steht auch der Ortsteil Würm.

Nach vier Jahren Vakanz ist die Pfarrstelle wieder besetzt: Andrea Wauer-Höflich heißt die Neue auf der Kanzel in der evangelischen Kirche in Würm.

Die 59-Jährige habe schon viele Neustarts hinter sich und einiges an Erfahrung im Gepäck, sagte Quincke beim Einführungsgottesdienst am Samstag: „Der Jordan floss schon oft durch Dein Leben.“ Die Pfarrstelle im Pforzheimer Stadtteil soll aber der letzte berufliche Wechsel vor der Rente sein, sagte Wauer-Höflich.

Arbeit mit Kindern wichtig

Die gebürtige Pforzheimerin studierte in Heidelberg, Marburg und Göttingen Theologie. Zuletzt war sie im Kirchenbezirk Adelsheim-Boxberg als Pfarrerin tätig, davor als theologische Referentin im Michaelis-Kloster in Hildesheim. Wauer-Höflichs Steckenpferd ist die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Auch Schulpastorin war sie schon. Die Mutter dreier erwachsener Kinder freut sich besonders auf den gemeinsamen Konfirmandenunterricht mit ihrer Huchenfelder Pfarrkollegin Susanne Bräutigam. Diese hatte im Wechsel mit anderen Geistlichen aus dem Kirchenbezirk in den vergangenen vier Jahren als Aushilfspfarrerin den Kirchenbetrieb in Würm am Laufen gehalten.

Wauer-Höflichs neue Aufgabe teilt sich in zwei Felder auf: Neben der Arbeit als Gemeindepfarrerin in Würm wird sie Regionalpfarrerin. Gemeinsam mit Bräutigam wird sie eine Dienstgruppe bilden, in der Würm und Huchenfeld zusammenarbeiten. Den Konfirmandenunterricht etwa veranstalten die beiden Pfarrkolleginnen bereits gemeinsam. „Das Miteinander von Würm und Huchenfeld wird sicher eine Herausforderung“, sagte die 59-Jährige.

„Den Knopf drangemacht“ bei der Besetzung der freien Stelle habe man vor den Sommerferien, erinnerte sich Quincke. Den Würmern ist die neue Pfarrerin seit einem Gottesdienst im Juli, in dem sie sich vorstellte, bekannt, ebenso von einer Gemeindeversammlung. Der Ortsteil ist Wauer-Höflich noch aus ihrer Jugend gut in Erinnerung. Damals sang sie im Kirchenchor. Nun ist sie zurück in der alten Heimat, wohnt im nahe gelegenen Tiefenbronn.

Mit ein Grund für die Entscheidung, die Stelle in Würm anzunehmen, sei gewesen, dass sie hier Familie hat: „So bin ich einfach näher an meiner Mutter.“ Eine gewisse Routine habe sie in den Jahren mit wechselnden Arbeitsplätzen schon, gibt die Pfarrerin zu: „Aber im positiven Sinne.“

Jetzt freue sie sich auf die Zusammenarbeit mit neuen Kollegen, Ehrenamtlichen und den Jugendlichen. „Sei mutig und entschlossen“ soll Gott zu Josua gesagt haben. Worte, die Quincke der neuen Kollegin mit auf den Weg gab.