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Schutz bei der evangelischen Gemeinde in Büchenbronn: Dekanin Christiane Quincke, Pfarrer Jens Adam, Diakonie-Chefin Sabine Jost und Milena Kukolj von der Asylberatung der Diakonie (von links) wollen mit dem Kirchenasyl helfen.
Schutz bei der evangelischen Gemeinde in Büchenbronn: Dekanin Christiane Quincke, Pfarrer Jens Adam, Diakonie-Chefin Sabine Jost und Milena Kukolj von der Asylberatung der Diakonie (von links) wollen mit dem Kirchenasyl helfen.
17.11.2015

Yezide sucht Zuflucht unterm Kirchendach

Pforzheim-Büchenbronn. Er war drei Wochen lang auf der Flucht. Er hat weite Wege zu Fuß und im Lastwagen zurückgelegt, wurde krank, saß in Haft und hatte zuletzt große Angst vor der Abschiebung. Nun fühlt sich Sivan (Name geändert) wieder sicher. Denn der 22-Jährige hat in Büchenbronn Kirchenasyl gefunden. Der junge Yezide lebt unter dem Dach des evangelischen Gemeindehauses.

„Wir wollen damit keinen Präzedenzfall schaffen, aber wir wollen für diesen Einzelfall ein rechtsstaatliches Asylverfahren erreichen“, sagt Gemeindepfarrer Jens Adam. Denn wie die meisten der Kirchenasyl-Fälle in Deutschland betrifft auch Sivans Schicksal das Dublin-Verfahren der EU. Bevor er im vergangenen Jahr nach seiner Flucht aus dem Irak Deutschland erreichte, wurde er in Bulgarien registriert. Nach den Dublin-Regeln müssen Flüchtlinge jedoch ins Erstaufnahmeland zurückgeschickt werden, wo über ihre Asylberechtigung entschieden wird. Auch Sivan sollte nach Bulgarien abgeschoben werden. „Aber die Bedingungen dort sind katastrophal, und die Menschenrechtsverletzungen sind für uns als Kirche nicht tragbar“, begründet Adam, warum man Asyl gewährt. Ziel ist es, Zeit zu gewinnen und die drohende Abschiebung zu verhindern:

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