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Wenn eine Berührung elektrisiert, muss das derzeit nicht an den Gefühlen liegen. Fotomontage: WetterOnline
Wenn eine Berührung elektrisiert, muss das derzeit nicht an den Gefühlen liegen. Fotomontage: WetterOnline
27.02.2018

Zack - Darum bekommen wir derzeit ständig „einen gewischt“

Einen Gegenstand berührt, eine Hand geschüttelt, die Autotür geschlossen — und zack! Wir haben durch einen leichten Stromschlag „einen gewischt“ bekommen. Auch in Pforzheim und dem Enzkreis berichten in den letzten Tagen viele Menschen davon, dass ihnen das auffallend häufig passiert. Der Schuldige ist inzwischen gefunden.

„Daran ist das eisige Wetter schuld“, teilt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline, mit. Es sei echtes Knisterwetter, das die Funken fliegen und die Haare zu Berge stehen lasse.

Bis zu 35.000 Volt fließen durch den Körper

„Die derzeitige Kälte wird von extrem trockener Luft begleitet. Das bedeutet, wir haben knisterndes Stromschlagwetter“, erklärt Matthias Habel in einer Pressemitteilung. „Bekommen wir ‚einen gewischt‘, dann fließt kurzzeitig eine Spannung von bis zu 35.000 Volt durch unseren Körper – wir spüren den elektrischen Schlag. Bei Dunkelheit sind sogar kleine Blitze sichtbar.“ Grund zur Sorge besteht aber nicht: Die Stromschläge sind zwar mitunter ziemlich unangenehm und erschrecken uns, sie sind aber nicht gefährlich.

„Bei trockenem und kaltem Wetter enthält die Luft sehr wenig Feuchtigkeit. Sie ist daher ein sehr schlechter elektrischer Leiter. Unser Körper lädt sich dann besonders gut und schnell auf, entsprechend häufiger und intensiver bekommen wir im Winter den unangenehmen Stromschlag“, so der Wetterexperte Matthias Habel. Menschen mit trockener Haut sind besonders anfällig, da sich die Ladung bei ihnen schlechter über den Körper verteilt. Auch Kleidungsstücke mit einem hohen Anteil synthetischer Fasern werden durch Körperbewegungen elektrisch aufgeladen und übertragen die Elektrizität auf den Körper.

Das passiert, wenn wir „einen gewischt“ bekommen

Normalerweise gleichen sich positive und negative Ladungen permanent über unsere feuchte Haut und die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit aus. Ist die Luft oder die Haut zu trocken, so kann kein Ladungsaustausch stattfinden: Unser Körper lädt sich elektrisch auf.

Schuhe mit einer Gummisohle isolieren zusätzlich und verhindern eine Entladung über die Füße. So werden wir wie ein Akku immer weiter geladen, bis sich die Elektrizität mit der Berührung eines leitenden Gegenstandes oder eines anders geladenen Menschen auf einen Schlag durch einen Blitz entlädt. Das kann beim Händeschütteln der Fall sein oder bei einem Kuss.

Ledersohlen und feuchte Luft gegen Stromschläge

Wer das Risiko eines solchen zwar ungefährlichen, aber unangenehmen Stromschlags reduzieren möchte, sollte die Luftfeuchtigkeit im Zimmer erhöhen. Dazu eignen sich Luftbefeuchter oder Pflanzen. Vorsicht: Lüften hilft nicht! Vielmehr sorgt das geöffnete Fenster dafür, dass die Luft in den Innenräumen noch trockener wird. Eincremen empfiehlt sich für Menschen mit trockener Haut, um so die Stromschläge zu reduzieren. Schuhe mit Ledersohle sorgen zudem dafür, dass sich die Energie über den Boden entladen kann.

Zusätzlich ist Kleidung aus Naturfasern und Baumwolle sinnvoll. Diese lädt sich nicht so schnell auf. Auch wer zwischendurch immer mal wieder geerdete Gegenstände, wie etwa Heizkörper berührt, kann die Ladung im Körper reduzieren. Wer beim Aussteigen aus dem Auto den Stromschlag verhindern möchte, sollte die Karosserie mit einer Hand oder dem metallischen Autoschlüssel berühren, bevor er einen Fuß auf den Boden setzt.