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Die Polizei kontrolliert die Zuhörer des Prozesses auf Waffen.
09.01.2013

Zähes Ringen im Prozess gegen Hells Angels

Pforzheim. Mit Hilfe der Polizei geht der Pforzheimer Prozess gegen mehrere Hells Angels in die nächste Runde. Im Verfahren schweigen die an der Schlägerei Beteiligten. Die Luft ist nach acht Stunden im großen Sitzungssaal des Amtsgerichts zum Schneiden dick: Die Verteidiger der zehn Angeklagten werden trotzdem nicht müde, es dem Gericht so schwer wie möglich zu machen.

Bildergalerie: Großes Polizeiaufgebot beim Prozess gegen Hells Angels

Die Verteidiger sitzen in zwei geschlossenen Reihen samt ihrer Mandanten schräg zum Richterpult, an dem Hermann Meyer, der Vorsitzende Richter der Auswärtigen Großen Strafkammer des Landgerichts Karlsruhe sowie seine Kollegen die Verhandlung führen. Zu Beginn hatte Rechtsanwalt Khubaib-Ali Mohammed beantragt, die Verhandlung auszusetzen, weil er nicht alle Akten habe einsehen können. Kollegen schlossen sich dem an, Meyer lehnte den Antrag ab.

In dem Prozess wegen gefährlicher Körperverletzung, Landfriedensbruch und Bildung bewaffneter Gruppen geht es um eine Massenschlägerei. Sie fand am 27. November 2010 auf dem Nettoparkplatz am Hauptgüterbahnhof zwischen Mitgliedern des inzwischen verbotenen Charters Borderland des berüchtigten Hells Angels MC und Mitgliedern der Türstehervereinigung United Tribunes statt.

Bislang konnte noch niemand und nichts die Mauer des Schweigens durchbrechen. In dieser Szene verrät man nichts. Und wenn es ein Problem gibt, regelt man das lieber selber. Solch ein Problem muss es vor der Massenschlägerei, bei der ein scharfer Schuss fiel und ein Mann niedergestochen wurde, wohl gegeben haben. Aber dazu detaillierte Auskünfte zu bekommen, wird schwierig.