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Platz ZOB NOrd
Platz ZOB NOrd
11.01.2016

Zähringerplatz: Name für ehemaligen ZOB-Nord gefunden

Der Zentrale Omnibusbahnhof Nord ist Geschichte, der darauf folgende Platz namenlos – bis jetzt. Nach PZ-Informationen hat der Ältestenrat einen Vorschlag diskutiert und recht positiv aufgenommen: Zähringerplatz.

Die Benennung nach dem schwäbischen, mit dem Haus Baden verwandten Fürstengeschlecht würde das frühere ZOB-Areal, bei dem Zähringer- und Güterstraße aufeinandertreffen, ins geschichtsträchtige Namensumfeld der Nordstadt einbinden. Ob es wirklich zur Benennung kommt, ist allerdings noch offen, die Hoheit darüber liegt beim Gemeinderat.

Der wird sich zuvor, in seiner Sitzung am 16. Februar, jedoch erst einmal dem von der SPD-Fraktion vorgeschlagenen Dr.-Willi-Weigelt-Platz widmen. Bereits 2003 diskutierte das Gremium die Würdigung des sozialdemokratischen Oberbürgermeisters der Jahre 1966 bis 1985. Doch die Neutaufe von „Am Waisenhausplatz“ scheiterte an Einsprüchen von Anwohnern. Im Fall der Parallelstraße hätten sich zahlreiche Adressen geändert. Beim neuen Szenario hingegen scheinen es nur zwei zu sein: Wie berichtet, soll der Platz, der Theater und CongressCentrum verbindet, Weigelts Namen tragen.

Größere Hindernisse sind momentan nicht in Sicht, und auch die Zeit scheint manchen mehr als reif. „Das ist für mich unglaublich“, sagt der frühere Oberbürgermeister Joachim Becker über den Umstand, dass der Prozess rund 13 Jahre nach Weigelts Tod nicht abgeschlossen ist, und erinnert an die „bedeutenden Leistungen“ seines Amtsvorgängers. SPD-Fraktionschef Ralf Fuhrmann hätte es ebenfalls gerne früher unternommen, zeigt sich aber vor allem froh darüber, dass nun ein zentraler Ort gefunden wurde. Eine periphere Lage wollte Weigelts Partei 2003 vermeiden.

Eine weitere große Pforzheimer Persönlichkeit wird hingegen wohl weiterhin auf die eigene Straße warten müssen. 2008 hatten sich Becker und FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke für eine Dr.-Walter-Witzenmann-Straße verwendet, worauf nach einiger Diskussion im Gemeinderat eine Einigung auf die Zufahrt zum Unternehmen in der Oststadt folgte. Doch dessen Geschäftsleitung lehnte 2010 ab: Dies hätte einen „Riesen-Aufwand“ bedeutet.

Einen neuen Vorstoß plant die Fraktion des langjährigen Stadtrats nach jetzigem Stand nicht, wie Rülke auf PZ-Anfrage erklärt: „Ich würde mich nach wie vor über eine entsprechende Ehrung von Dr. Walter Witzenmann freuen. Allerdings werde ich diese deshalb nicht beantragen, weil die Verwaltung und die Gemeinderatsmehrheit reflexhaft alles ablehnt, was von mir kommt.“