nach oben
20.12.2017

Zahlreiche Diebstähle: Gericht und Gutachter sind sich uneins

Pforzheim. Komplizierter als gedacht, gestaltet sich der Gerichtsprozess um Michael H. (Name geändert) vor der Großen Auswärtigen Strafkammer des Landgerichts Karlsruhe. Mit einem endgültigen Gutachten ist voraussichtlich erst im Laufe des Monats Januar zu rechnen

H. wurde wegen Diebstahls, räuberischen Diebstahls, Körperverletzung, Hehlerei und unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln, sowie eines Verstoßes gegen das Waffengesetz angeklagt und vom Schöffengericht zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt (die PZ berichtete.) Im Berufungsprozess bescheinigte der Sachverständige Ralph-Micheal Schulte H., dass dem Angeklagten eine verminderte Schuldfähigkeit zugesprochen könne und er somit ein Fall für die Psychiatrie sei.

Beisitzer Ingo Mertgen sieht jedoch keinen konkreten Grund für einen psychiatrischen Aufenthalt, anstelle von Haft. „Die Fälle sprechen für eine erhaltene Steuerungsfähigkeit. Das Krankheitsbild müsste sich doch auch in den Taten auswirken“, so Mertgen. Auch der Vorsitzende Richter Andreas Heidrich gibt dem Sachverständigen Schulte zu verstehen, dass er das Gefühl habe, lediglich die gefühlsmäßige Einschätzung von Schulte habe sich im neuen Gutachten geändert, was aber nicht für die Beurteilung der Schuldfähigkeit von Relevanz sei. „Ich sehe keinen Unterschied zu einem völlig normalen Dieb“, fasst Heidrich zusammen. Mehr lesen Sie am Donnerstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.