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10.000 Patienten wurden im vergangenen Jahr in der Arcus-Klinik operiert. Nun war zu sehen, wie die OPs ablaufen. Foto: Läuter
10.000 Patienten wurden im vergangenen Jahr in der Arcus-Klinik operiert. Nun war zu sehen, wie die OPs ablaufen. Foto: Läuter
09.10.2016

Zehn Jahre Arcus-Klinik: Bei Operationen live dabei

Rund 140.000 Patienten sind seit Bestehen der Arcus-Klinik bereits operiert worden – allein 10.000 davon im vergangenen Jahr. Am Wochenende hat die Klinik das zehnjährige Bestehen der neuen Räumlichkeiten an der Rastatter Straße mit einem ganz besonderen Programm gefeiert. Stündlich konnten sich Interessierte einer Führung durch die Klinik anschließen, und mehrere Operationen konnten vor der Leinwand im Restaurant live mitverfolgt werden.

Beim Tag der offenen Tür im vergangenen Jahr sei erstmals ausprobiert worden, wie solche Live-Operationen ankämen und sei quasi überrannt worden, so Pia Malolepski, Leiterin der Marketingabteilung. „Wir hatten immer wieder Nachfragen von Patienten, die neugierig waren, was bei einer Operation passiert.“

Mehrere Hundert Zuschauer waren so am Samstag in der Klinik unterwegs, der Zuschauersaal immer wieder mit 80 bis 150 Leuten sehr gut besucht. Ebenfalls gut besucht war die gleichzeitig stattfindende Live-Verbindung für Fachleute, zu der rund 120 Ärzte und Physiotherapeuten angereist waren. Rund 80 Zuschauer verfolgten beispielsweise eine Hüftar-throskopie, einen minimalinvasiven Eingriff zur Behandlung von schmerzhafter Arthrose am Hüftgelenk. Im Vorfeld erklärte und veranschaulichte Oberarzt Wolfgang Schopf die Problematik, Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten sowie den Aufbau des Hüftgelenks.

Im Anschluss, als das Operationsteam startete, kommentierte er die Vorgänge und Instrumente auf verständliche Weise für die anwesenden Nichtmediziner, während sein Kollege Christian Sobau, Leitender Arzt der Klinik, operierte. Es sei nicht ganz einfach, sich allein anhand der eingeführten Kamera zu orientieren, so Schopf, das verlange viel Übung, und zudem werde während der Operation immer wieder geröntgt. Das Einführen von Instrumenten durch kleine Einschnitte verhindere Verletzungen in den tieferen Strukturen der Muskulatur und richte so weniger Schaden als bei einer offenen Operation an, was auch den Heilungsprozess in der Regel schneller ablaufen lasse.

Eine gestochen scharfe Bildqualität bekamen die Zuschauer am Samstag zu sehen. Achtgeben, so Schopf, müsse man aber darauf, dass man den Zugang nicht verliere, denn sei ein Instrument erst einmal herausgezogen worden, so sei dies ob der geringen Größe der Schnitte nur schwer wieder hineinzubringen. Um dies zu verhindern, verwenden Chirurgen eine Art Brücke, die den Zugang auch bei Tausch des Instruments offenhält.

Insgesamt stehen neun Operationssäle an der privaten Sportklinik sowie der in den Krankenhausplan des Landes eingebetteten Arcus-Klinik zur Verfügung. Mehr als 63.000 Patienten, so Malolepski, würden jedes Jahr behandelt und mehr als 10.000 Operationen durchgeführt. An den beiden Kliniken sind mittlerweile 550 Arbeitnehmer beschäftigt.