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26.12.2009

Zehn Jahre Orkan Lothar: Die Erinnerungen sind noch frisch

PFORZHEIM. Vor zehn Jahren, am zweiten Weihnachtsfeiertag 1999, hat Orkan "Lothar" den Südwesten Deutschlands verwüstet. Am schlimmsten betroffen war der Nordschwarzwald. In Pforzheim und dem Enzkreis gab es Tote und Verletzte, in den Wäldern herrschte das Chaos. Die Feuerwehr und die Evangelische Stadtkirche haben in einem besonderen Gottesdienst an die Geschehnisse erinnert.

Feuerwehrleute berichteten über stundenlange Einsätze bis zur völligen Erschöpfung. Ihre Partner saßen zu Hause und hofften, dass ihnen nichts passiert. Im Gottesdienst kam auch Familie Fröhlich aus Tiefenbronn zu Wort, die im Wald vom Sturm überrascht wurde. Erst nach vielen Stunden konnte das Ehepaar und ihr Säugling von der Feuerwehr befreit werden.

Pfarrer Hans Gölz-Eisinger, der den Gottesdienst leitete, hat persönliche Erinnerungen an den Orkan. Er war damals als Feuerwehr-Seelsorger selbst im Einsatz und kämpfte sich mit seinen Kameraden durch den winterlichen Wald, in dem kaum noch ein Baum stand. "Die Gefühle, Erinnerungen und Belastungen sind alle noch da", erläuterte er gegenüber PZ-news. Feuerwehr-Kommandant Volker Velten hob den mutigen Einsatz der Helfer hervor, die damals nicht friedlich Weihnachten feierten, sondern einen der größten Einsätze in der Geschichte des Landes Baden-Württemberg abwickeln mussten. jtm