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Vor und in einer Königsbacher Asylunterkunft explodierten im September Kanonenschläge.  Foto: Ketterl/Archiv
Vor und in einer Königsbacher Asylunterkunft explodierten im September Kanonenschläge. Foto: Ketterl/Archiv
27.03.2017

Zehn Straftaten gegen Flüchtlinge im Enzkreis und Pforzheim

Die Zahl lässt aufhorchen: 3750 Mal, so teilt es die Bundesregierung auf eine Anfrage der Partei Die Linke mit, wurden im Vorjahr politisch motivierte Straftaten gegen Flüchtlinge, deren Unterkünfte und deren Helfer begangen. Zehn davon geschahen in Pforzheim und dem Enzkreis.

Zwei davon waren der Öffentlichkeit bisher bekannt: Zum einen Böllerwürfe auf das Asylbewerberheim in Königsbach-Stein am 25. September 2016, über die die Polizei eine Pressemitteilung verfasste. Zum anderen ein volksverhetzender Facebook-Eintrag eines Pforzheimer Bürgerwehr-Aktivisten und Demonstrations-Organisators. Den darauf folgenden Strafbefehl hatte der 30-Jährige selbst öffentlich gemacht. Dieser Vorfall taucht in der Statistik der Bundesregierung zweimal auf – warum, kann das Polizeipräsidium Karlsruhe nicht erklären.

Facebook-Clip im Netz

Bleiben acht Fälle, über die bisher nicht berichtet wurde – mehrheitlich: Schmierereien (vor allem in Pforzheim) und Online-Hetze (vor allem im Enzkreis). Letzteres war beispielsweise in Illingen der Fall, wo am 31. Januar „Flüchtlingen in einem Internetartikel alles mögliche unterstellt wurde“, sagt Florian Herr, Pressesprecher des Polizeipräsidiums. Aber auch in Kämpfelbach, wo am 23. Mai ein Facebook-Clip ins Netz gestellt wurde, in dem ein dunkelhäutiger Junge herabgewürdigt wird.

Und in Königsbach-Stein, wo ein Verdächtiger am 15. Juni in einer Kommentarspalte gegen Flüchtlinge hetzte. „Wir wollen den Tätern keine Plattform bieten“, erklärt Herr, weshalb über volksverhetzende Online-Einträge – egal welcher politischer Richtung sie entstammen – fast nie die Öffentlichkeit unterrichtet wird. Zudem sei gegen eine Person ermittelt worden, die in Wurmberg in einem Gespräch angekündigt habe, Flüchtlingen etwas anzutun, wenn sie ihm zu nahe kämen.

Und in Pforzheim? Da wurden Asylunterkünfte am 10. Juni und 9. August das Ziel von Verunstaltungen: Einmal in Form ausländerfeindlicher Farbschmierereien – Rechtschreibfehler inklusive, so Herr –, einmal durch ein eingeritztes Hakenkreuz.

Mit Nazi-Symbolen wie der Zahl 88 haben Unbekannte zudem am 21. Oktober „einen Jugendpavillon in der Nähe eines Asylbewerberheims beschmiert“, – was ebenfalls in der Auflistung zu finden ist.

Fall Nummer zehn ist schließlich ein Brief, der am 15. Dezember auftauchte: Neben Drohungen gegen einen Politiker sind darin abfällige Bemerkungen über Asylbewerber zu finden.

qbaer
28.03.2017
Zehn Straftaten gegen Flüchtlinge im Enzkreis und Pforzheim

Unfassbar mehr...

Rüpel
28.03.2017
Zehn Straftaten gegen Flüchtlinge im Enzkreis und Pforzheim

Dagegen sollte man was unternehmen! Unmenschliche Zustände.Nur gut, daß die "flüchtlinge" das besser können! mehr...

Peggy
28.03.2017
Zehn Straftaten gegen Flüchtlinge im Enzkreis und Pforzheim

Da muss man ganz schnell handeln.Die werden bei uns so schlecht versorgt.Aber nach Hause möchte keiner. mehr...

rostiger ritter
28.03.2017
Zehn Straftaten gegen Flüchtlinge im Enzkreis und Pforzheim

Ich könnte was von "Experten" und "töröö!", schreiben, aber ich weiß nicht, ob ich nicht vielleicht viel lieber die Meinungsfreiheit aushebeln möchte, bei den armen Hascherln... :D mehr...