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Gefeiert wird aus Platzgründen im Musiksaal der Buckenbergschule, bevor es ins Museum in den Hagenschieß geht.
Beeindruckt vom Pforzheimer DDR-Museum zeigt sich der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn (rechts), bei seinem Rundgang mit Volker Römer (Verein gegen das Vergessen, von links) und Birgit Kipfer (Vorsitzende der Stiftung „Lernort Demokratie“) sowie Oberbürgermeister Gert Hager. seibel
18.10.2015

Zeitgemäße Zeitgeschichte: DDR-Museum öffnet wieder die Tore

Welch enormer Wertschätzung sich das DDR-Museum im Hagenschieß – die einzige Gedenkstätte, die sich in Westdeutschland monothematisch mit der Aufarbeitung der SED-Diktatur mit all ihren Zwischentönen und Grauschattierungen – erfreut, hat sich am Sonntagabend in Musiksaal der Buckenbergschule gezeigt, ehe es zur Wiedereröffnung des Museums im ehemaligen Kindergarten der französischen Husaren ging.

Bildergalerie: DDR-Museum nach Umbau wieder geöffnet

Den Grundstein hatte der gebürtige und mittlerweile verstorbene Dresdener Klaus Knabe gelegt. Zeitgemäß umgestaltet, um vor allem Schulklassen besser anzusprechen, ist das Museum nun auch didaktisch auf der Höhe der Zeit. Von einer herausragenden Grundidee einerseits und einer gelungenen Konzeption andererseits sprachen gleich mehrere hochkarätige Vertreter: Ministerialdirigent Ansgar Hollah als Vertreter der Beauftragten der Bundesregierung für Kunst und Medien, Sabine Kuder, für die Bundesstiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur, Lothar Frick, Chef der Landeszentrale für politische Bildung, OB Gert Hager (auch im Namen der Sparkasse Pforzheim Calw), Birgit Kipfer, Vorsitzende der Stiftung „Lernort Demokratie“, und Volker Römer, Vorsitzender des Vereins „Gegen das Vergessen“.

Und natürlich Gastredner Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen und Nach-Nachfolger von Bundespräsident Joachim Gauck, der bereits mehrere Male das (alte) DDR-Museum in Pforzheim besucht hatte.

Zwang durch die Stasi

„Gesellschaftliches Engagement mit staatlicher Unterstützung“ – das sei der richtige Weg, so Jahn, ein Mann der leisen Töne, der zu selbstkritischem Hinterfragen animierte und zu einer Auseinandersetzung mit der Geschichte auf der Grundlage des Verstehens von existierenden Nöten: beispielsweise von Kumpels, Kommilitonen an der Uni Jena, die sich unter dem Druck des Zwangs der Staatssicherheit gegen ihn aussprachen. Oder von seinem Vater, der sein Lebenswerk durch den aufmüpfigen Sohn, der schließlich ausgebürgert wurde, zerstört sah.

www.pforzheim-ddr-museum.de